Medikamentöse Behandlung von Brustkrebs (Chemotherapie)

Wann braucht es eine Chemotherapie?

Um eine vollständige Heilung von Brustkrebs zu erreichen, sind eine alleinige Operation und eine Bestrahlung meist nicht ausreichend. Noch bis zur Jahrtausendwende wurde ein Grossteil der an Brustkrebs erkrankten Frauen mit einer Chemotherapie behandelt. Heute wissen wir, dass eine Chemotherapie bei weitem nicht immer notwendig ist und wir können bei vielen betroffenen Frauen auf eine Chemotherapie verzichten. Bestimmte, meist leider aggressive Arten des Brustkrebses, müssen jedoch auch heute noch mit einer Chemotherapie behandelt werden um das Risiko eines Rückfalls zu minimieren.

Wie läuft die Chemotherapie ab?

Chemotherapeutika sind Medikamente, welche meist über die Vene als Infusion verabreicht werden. Die Behandlungen werden ambulant auf unserer Abteilung für Onkologie verabreicht. Speziell ausgebildete Pflegefachfrauen und natürlich unsere Ärzte für Onkologie kümmern sich während der Behandlung um die Patientin. Die Nebenwirkungen einer Chemotherapie sind durch stark verbesserte Begleitmassnahmen heute sehr viel besser zu ertragen als noch vor einigen Jahren. So kann zum Beispiel die Übelkeit durch Tabletten deutlich gelindert werden. Leider kommt es auch heute unter einer Chemotherapie jedoch noch oft zu Haarausfall und starker Müdigkeit. Diese Nebenwirkungen sind jedoch immer reversibel, das heisst nach einer gewissen Zeit erholt sich der Körper vollständig.

Was bewirken "Hormonblocker"?

Da wir die Tumorbiologie von Brustkrebs heute viel besser kennen als noch vor einigen Jahren, wissen wir, dass viele Tumore auf einen Hormonentzug oder eine Hormonblockade ansprechen. Die Brustkrebszellen tragen auf ihrer Oberfläche sogenannte Hormonrezeptoren. Werden diese durch Medikamente blockiert führt dies zum Absterben der Tumorzelle. Solche "Hormonblocker“ stellen eine höchst effektive Behandlung dar. „Antihormonelle“ Medikamente sind Tabletten, welche über einen Zeitraum von meist 5 Jahren eingenommen werden. Die Nebenwirkungen sind deutlich geringer als die einer Chemotherapie, meist werden die Medikamente von den Frauen sehr gut toleriert.

Über die Blockade der Her2-Rezeptoren

Neben den Hormonrezeptoren tragen manche Tumorzellen weitere Rezeptoren auf ihrer Oberfläche – so z.B. den Her2 Rezeptor, welcher bei ca. 20% aller Brustkrebsarten auftritt. Dieser Antikörper-Rezeptor wurde in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts entdeckt und man entwickelte nach seiner Entdeckung den Antikörper Herceptin®, welcher gezielt an den Rezeptor angreift und diesen blockiert. Genau wie bei der antihormonellen Therapie führt die Blockade des Her2 Rezeptors zum Absterben der Krebszellen. Herceptin® ist der weltweit erste Antikörper, welcher zur Behandlung von Krebserkankungen eingesetzt wurde, die Brustkrebsforschung hat in diesem Gebiet Pionierarbeit geleistet. Die Prognose von Brustkrebs, welcher Her2 Rezeptoren trägt, lässt sich durch die Behandlung mit Herceptin® deutlich verbessern. Herceptin® wird in Form von Infusionen ein Jahr lang verabreicht, inzwischen besteht auch die Möglichkeit, das Medikament als Spritze unter die Haut zu applizieren. Beide Behandlungsmöglichkeiten stehen auf unserer Onkologie zur Verfügung.

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