
Bei «Aggressionsmanagement» denkt man nicht automatisch an ein Spital. Wie passen Hilfsbedürftigkeit und Gewalt zusammen? Aggressives Verhalten kann überall dort auftreten, wo Menschen miteinander zu tun haben und verschiedene Stressfaktoren wirken. Im Supermarkt an der Kasse, vor der wichtigen Sitzung mit dem Kunden oder eben auch auf der vollen Notfallstation. Natürlich ist die Spannbreite von Aggressionen gross: Nicht jedes aggressive Verhalten meint einen tätlichen Übergriff, auch verbale Beschimpfungen und einschüchternde Körpersprache zählen dazu. Tatsache ist jedoch leider, dass das aggressive Verhalten gegenüber dem (Pflege-) Personal auch am GZO Spital Wetzikon zugenommen hat.
Unklar ist, ob diese Erhöhung mit der Zunahme der Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft allgemein zusammenhängt oder mit spezifischen Ursachen wie zum Beispiel längeren Wartezeiten Wartezeiten, räumlichen Verhältnissen oder den Veränderungen in den Gesundheitsleistungen. Sicher gab es schon immer Vorfälle, nur wurden diese vielfach nicht thematisiert. «Heute ist man zum Glück geschult und somit sensibilisiert darauf, was passendes und unpassendes Verhalten ist. Wir vermitteln deswegen unseren Mitarbeitenden die Sicherheit, dass sie Möglichkeiten und Methoden zum Handeln haben und den Aggressionen nicht machtlos gegenüberstehen. Mit Wissen und Weitblick lässt sich die Aggressionsspirale frühzeitig erkennen und stoppen beziehungsweise die Situation deeskalieren.»
Judith Schürmeyer, COO und Mitglied der Geschäftsleitung am GZO Spital Wetzikon, ist deswegen stolz darauf, dass das Spital bereits seit 2013 Kurse im Aggressionsmanagement anbietet. Verschiedene Untersuchungen bestätigen, dass sich geschulte Mitarbeitende im Umgang mit Gewalt und Aggression deutlich sicherer fühlen. Insgesamt viermal jährlich werden deswegen die extern organisierten Basis- und Aufbaukurse «Umgang mit Aggression und Gewalt am Arbeitsplatz» angeboten. Sie vermitteln primär kommunikative und verhaltenstechnische Grundlagen, um deeskalierend auf Patienten, Besucher oder auch Kollegen zugehen zu können. Die Fortbildung steht allen interessierten Mitarbeitenden offen; nicht nur der Pflege. Judith Schürmeyer betont: «Eine gemeinsame Haltung zu Gewalt ist Grundvoraussetzung. Es ist deswegen besonders wichtig, dass alle, sowohl interdisziplinär wie auch hierarchisch, Zugang zur Weiterbildung haben.» So wurde zunächst die gesamte Pflegeleitung im achtsamen Umgang mit betroffenen Mitarbeitenden geschult.
Wie Untersuchungen gezeigt haben sind zwei Drittel der Aggressionsereignisse im stationären Rahmen vorhersehbar. Eine Eskalation von Aggression und Gewalt verläuft zudem in bestimmten Phasen. Das Wissen darüber ermöglicht es, die Situation besser einzuschätzen und allfällige Gewalt zu prognostizieren. Um aggressives Verhalten zu verstehen, sind folgende Fragen zentral:
Ziel ist es, die Aggressionsspirale frühzeitig zu erkennen, zu intervenieren und so eine Eskalation zu verhindern. Alle Mitarbeitenden am GZO können in viermal jährlich stattfindenden Kursen den professionellen Umgang mit Aggression und Gewalt trainieren und lernen, wie man gefährliche Situationen richtig einschätzt und sich gegenüber aggressiven oder gar gewalttätigen Personen verhält.
Barbara Schibli, Leiterin HRM, spricht über die Situation des Pflege- und Gesundheitsfachpersonals in den Spitälern.
Zum Beitrag
Kompetent, sorgfältig, verlässlich – die Qualitätsmerkmale des GZO Spital Wetzikon gelten für alle Bereiche des Spitals und für jede Aufgabe der Mitarbeitenden. Das Qualitätsmanagement misst, fördert und entwickelt mit verschiedenen Massnahmen das…
Zum Beitrag
Herzlichen Glückwunsch! Unser Küchenchef Robert Hubmann hat beim Zukunftsträger-Preis (neu: #yourethebest) in der Kategorie Koch/Köchin den zweiten Platz belegt. Worum geht es bei dieser Auszeichnung und wer hat den gebürtigen Österreicher nominiert?…
Zum Beitrag