Inkontinenz und Beckenbodensenkung hängen oft eng zusammen – und beide Krankheitsbilder sind sehr unangenehm. Persönlich abgestimmte Therapiemethoden versprechen jedoch Linderung und eine Steigerung der Lebensqualität.
Inkontinenz ist für die betroffenen Frauen nicht nur unangenehm, sondern häufig auch mit Schamgefühlen verbunden. Oft tritt sie in Zusammenhang mit einer Beckenbodensenkung auf, also dann, wenn Bauchorgane sich in die Vagina hinein senken. Ausgelöst durch den ungewollten Urinverlust entsteht dann ein unangenehmer Geruch, wodurch sich die Betroffenen zunehmend sozial isolieren. Das muss nicht sein. Denn sowohl eine Beckenbodensenkung wie auch eine Inkontinenz können erfolgreich behandelt und die Symptome eingedämmt werden, wie Dr. med. Alexandra Kochanowski, Leitende Ärztin der Frauenklinik vom GZO Spital Wetzikon weiss. Trotz dieser guten Therapiekonzepte warten viele betroffene Frauen aber (zu) lange, bis sie schliesslich Rat holen.
Fakt ist, dass sehr viele Frauen irgendwann von einer Beckenbodensenkung betroffen sind. Zu den Risikofaktoren gehören Übergewicht, chronische Lungenerkrankungen sowie schwere körperliche Arbeit. Vor allem aber eine Schwangerschaft begünstigt eine Beckenbodensenkung. In der Sprechstunde von Dr. Alexandra Kochanowski lassen sich Patientinnen jeden Alters beraten. «Jede Patientin, die mit ungewolltem Urinverlust kommt, wird auch auf eine Beckenbodensenkung untersucht», sagt die Ärztin. Im Anschluss werden persönliche und multimodale Therapiekonzepte entwickelt. Mit konservativen Behandlungsmethoden kann eine Beckenbodensenkung zwar nicht rückgängig gemacht werden, doch sie verspricht Linderung, wie Dr. Kochanowski bestätigt. «Durch die Beckenbodentherapie wird das Gefühl schon viel besser.» Grund dafür ist die Aktivierung der Muskulatur. So kann der Urin besser gehalten werden.
Mit einer Beckenbodentherapie wird in erster Linie der Krankheitsprozess aufgehalten, eine Heilung verspricht sie allerdings nicht. Die Symptome können jedoch medikamentös oder mit Botox, das eine lähmende Wirkung hat, eingedämmt werden. Als letzte Option besteht die Möglichkeit einer Operation – gerade bei hohem Leidensdruck und dem Wunsch nach einer schnellen Lösung kommt diese zum Zug. Damit es gar nicht erst soweit kommt, wünscht sich Dr. Alexandra Kochanowski, dass die Betroffenen «mutig und offen» sind und sich rechtzeitig beraten lassen. «So können wir den Patientinnen helfen», meint die Ärztin. Und nur so gewinnen die Betroffenen auch möglichst schnell wieder ein Stück Lebensqualität und Freiheit zurück.
Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit züriost.
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