Pink October: «Die pinken Armbändchen sind mein Markenzeichen geworden»

10/2025: Vor einem Jahr erhielt Anina Fankhauser die Diagnose Brustkrebs. Was löste die Diagnose in ihr aus? Wie geht sie seither mit ihrer Erkrankung um? Und was haben die pinken Armbändchen mit ihrer Therapie zu tun? Anlässlich des Pink October blickt die 34-jährige Frau zurück auf die vergangenen zwölf Monate, die ihr Leben auf den Kopf stellten.

Es ist an einem Freitagmorgen Anfang Oktober 2024, als Anina Fankhauser nach dem Duschen einen Knoten in der Brust ertastet. Auf Drängen ihrer besten Freundin, die an diesem Morgen zufällig bei ihr vorbeikommt, vereinbart Anina noch am selben Tag einen Termin bei ihrer Gynäkologin.

Am Freitagnachmittag sitzt sie bereits in deren Praxis. Handelt es sich allenfalls um eine harmlose Zyste? Oder steckt etwas schlimmeres dahinter? Noch überwiegt die Hoffnung, dass es sich nicht um eine bösartige Erkrankung handelt. Die Gynäkologin überweist ihre Patientin ins GZO Spital Wetzikon. Ein MRI am darauffolgenden Montag sowie eine Biopsie sollen Klarheit bringen.

Zehn Tage dauert es, bis die Resultate vorliegen. «Ich habe versucht, in dieser Zeit einen klaren Kopf zu behalten», erzählt die junge Frau. «Ich konnte ja nichts tun, ausser abzuwarten». Die Hoffnung, dass der Knoten in der Brust harmlos ist, erfüllt sich nicht: Die Gynäkologin teilt ihr die schlechte Nachricht mit – es ist Brustkrebs.

Chemotherapie am GZO statt Strandferien auf Hawaii
Nur wenige Tage später folgt der Termin bei Dr. Alexandra Kochanowski, Chefärztin und Vorsteherin Departement Frau und Kind am GZO. Die Diagnose: triple-negatives Mammakarzinom – eine besonders aggressive Form von Brustkrebs, die sofortige Behandlung erfordert. «Zwei Wochen zuvor freute ich mich noch auf Ferien mit meiner Cousine auf Hawaii – und plötzlich hiess es Chemotherapie am GZO statt Strandurlaub am Meer», erinnert sich die Hinwilerin.

Armbändchen knüpfen als Beschäftigung für die Finger
Anina beginnt eine wöchentliche Chemotherapie. Jede Sitzung bedeutet stundenlanges Sitzen und Warten. Eine Nebenwirkung der Behandlung sind Nervenschäden in Fingern und Füssen, sogenannte Neuropathien. «Meine Finger begannen zu kribbeln. Deshalb suchte ich mir eine Beschäftigung für die Hände.»

Die gelernte Schneiderin, die heute zu 90 Prozent in einer IT-Firma in der Buchhaltung arbeitet, findet bald eine kreative Lösung: Sie knüpft Armbändchen. «Zu Beginn meiner Diagnose war die Anteilnahme meines Umfeldes sehr gross. Als Dank verschenkte ich meine selbstgemachten Bändeli», erzählt Anina weiter. «Ich hatte plötzlich viel Zeit, aber nicht genug Energie, um den ganzen Tag aktiv zu sein. Das Knüpfen war ideal – ich konnte kreativ arbeiten, mich auf etwas Schönes konzentrieren und die Stunden und Tage vergingen schneller.» Zunächst fertigt sie Bändeli in verschiedenen Farben, bis die Idee entsteht, ein Symbol der Solidarität zu schaffen: Inzwischen hat sie unzählige Armbänder geknüpft – alle in Pinktönen, der Farbe für Brustkrebs. «Ich habe viele Freunde und Bekannte beschenkt. Sogar mein Vater und meine Mutter tragen ein pinkes Armband», erzählt Anina lachend.

Als klar wird, dass ein letzter Termin bei Dr. Alexandra Kochanowski und der Breast and Cancer Care Nurse Beatrice Schai Stoller ansteht, möchte sich Anina bedanken. «Ich packte zwei Bändeli ein und überreichte sie den beiden. Daraus entstand die Idee, die Armbänder zum Symbol des diesjährigen Pink October am GZO zu machen. Da habe ich sofort zugesagt.»

Im Auftrag des Spitals knüpft Anina innerhalb eines Monats 100 Armbänder – jedes ein Unikat, liebevoll mit Perlen und Anhängern versehen. Positive Energie am Handgelenk, zum Spüren und Anfassen. Dies spiegelt auch Aninas Umgang mit der Krankheit wider. «Vom ersten Tag an wollte ich positiv bleiben. Ich wollte kein Mitleid, sondern ganz normal behandelt werden», betont sie. «Ich bin immer noch ich.»

Super Unterstützung privat und am GZO
Natürlich gab es trotz allem auch schwierige Phasen. Eine Thrombose zwang sie zu einem siebentägigen Spitalaufenthalt. «Aber ich habe jederzeit grossartige Unterstützung erhalten, das hat mich immer wieder aufgebaut», betont Anina. Diese Unterstützung kam aus ihrem privaten und beruflichen Umfeld – und vom GZO-Team. «Ich kann Bea jederzeit anrufen und mit allen Fragen oder Sorgen zu ihr gehen. Dafür bin ich unendlich dankbar», sagt Anina über die Begleitung durch Beatrice Schai Stoller.

Ein Jahr mit Höhen und Tiefen – aber auch mit viel Dankbarkeit
Inzwischen hat Anina Fankhauser die Chemotherapie abgeschlossen, eine Operation hinter sich und befindet sich in den letzten Zügen der Immuntherapie, die sie alle drei Wochen im GZO erhält. Die Immuntherapie beginnt gleichzeitig mit der Chemotherapie und dauert insgesamt ein ganzes Jahr. «Die letzte Dosis erhalte ich genau an dem Datum, an dem ich vor einem Jahr die Diagnose bekommen habe – eine echte Ironie des Schicksals», sagt sie mit einem Schmunzeln. «Ein Jahr voller Höhen und Tiefen, aber auch ein Jahr, in dem ich für viele Momente und für mein wunderbares Umfeld unendlich dankbar bin.»

Die pinken Armbändchen sind ab sofort im GZO-Bistro für je 10 Franken erhältlich. Der Erlös kommt vollumfänglich dem Pink-Paddling-Team vom «Club Greifensee Dragons» zugute.

 

 

Veranstaltungen

Öffentlicher Pink Walk: «Gemeinsam bewegen. Aktiv gegen Brustkrebs»
Wir laden Sie zum unbeschwerten, einstündigen «Pink Walk» ein. Unter Leitung der Physiotherapeutin Sara Kappler erhalten Sie wertvolle Bewegungsempfehlungen, erfahren das gute Gefühl der gemeinsamen Aktivität, zeigen Solidarität mit Brustkrebspatientinnen und geniessen den Ausklang beim Apéro. Das Angebot ist kostenlos und steht allen Frauen offen.

Zeit und Ort: Montag, 27. Oktober 2025, 14.00 bis 16.30 Uhr, Treffpunkt GZO Spital Wetzikon, Eingang Haus B (West)

Anmeldung bis 20. Oktober: brustzentrum@gzo.ch

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Rettungsdienst

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Bei NICHT lebensbedrohlichen Notfällen ist Ihr Hausarzt oder Kinderarzt die erste Anlaufstelle. Falls der Hausarzt oder Kinderarzt nicht erreichbar ist, wählen Sie das ÄrzteFon. Wählen Sie bitte auch zunächst das Ärztephone, wenn Sie unsicher sind ob Sie zur GZO Notfallstation kommen sollen.

0800 33 66 55

Die Nummer ist kostenlos und jeden Tag rund um die Uhr erreichbar.

Vergiftungen

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