Prostatakrebs: die regelmässige Vorsorge ist entscheidend

11/2022: Das Urologie-Team beantwortet die wichtigsten Fragen zu Prostatakrebs.

Welche Funktion hat die Prostata?

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, gehört zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes. Sie liegt unterhalb der Harnblase und umgibt die Harnröhre. Die Prostata produziert einen Teil der Samenflüssigkeit und bildet das prostataspezifische Antigen (PSA) aus, das den Samenerguss verflüssigt.

 

Wer ist von Prostatakrebs betroffen?

In der Schweiz erkranken jährlich rund 6600 Männer. Vor allem diejenigen über 50 Jahre sind betroffen.

 

Was sind Ursachen und Risikofaktoren?

Zum einen das Alter, zum anderen familiäre Vorerkrankungen. Mit fortgeschrittenem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an Prostatakrebs zu erkranken. Das gleiche gilt, wenn ein oder mehrere männliche Verwandte an diesem Karzinom leiden oder gelitten haben. Hat ein Patient mehr als zwei Verwandte mit einer Prostatakrebs-Erkrankung, steigt sein Risiko sogar um das zehnfache an.

 

Ist das Prostatakarzinom dasselbe wie die Prostatavergrösserung?

Nein, das darf auf keinen Fall verwechselt werden. Die gutartige Prostatavergrösserung verursacht einen schwachen Harnstrahl und ist im Alter normal. Beim Prostatakarzinom handelt es sich um einen bösartigen Tumor.

 

Vorsorge: Muss das sein?

Auf jeden Fall! Wie empfehlen Männern ab 50 regelmässig zur Vorsorge zu gehen – vor allem, wenn bereits Familienmitglieder wie Väter und Brüder vorbelastet sind. Männer machen das aber nach wie vor seltener als Frauen und überlassen ihnen die Initiative.

 

Wie läuft eine Vorsorgeuntersuchung ab?

Neben einer ausführlichen Anamnese wird meistens eine Tastuntersuchung der Prostata durchgeführt – eine sogenannte digitale rektale Untersuchung (DRU). Zusätzlich kann der PSA-Wert im Blut bestimmt werden, der momentan der gängige blutbasierte Biomarker für Prostatakrebs ist. Ein erhöhter PSA-Wert, also eine grössere Menge des Proteins «Prostata-spezifisches Antigen» (PSA), kann auf Prostatakrebs hindeuten. In der Prostatakrebsvorsorge sind aber zunehmend auch Tests verfügbar, die auf genetischen Biomarkern basieren. Diese ermöglichen künftig eine genauere Diagnose. Ein Beispiel ist der blutbasierte Stockholm3-Test, bei dem mehrere Proteine und genetische Biomarker im Blut untersucht werden. Dadurch müssen weniger Biopsien durchgeführt werden und es wird vermehrt aggressiver Krebs erkannt.

 

Warum ist die Vorsorge so wichtig?

Bei den Vorsorgeuntersuchungen kann ein potenzielles Prostatakarzinom frühzeitig entdeckt werden. So lassen sich die Heilungschancen enorm verbessern und die individuellen Therapieoptionen können mit schonenden Verfahren ergänzt werden. Dadurch wiederum kann die Lebensqualität langfristig erhalten werden. Die regelmässige Vorsorge ist also eine greifbare Chance, gesund zu altern.

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