Wie zeigen sich Probleme beim Wasserlassen?
Es kann ein ständiger Harndrang auftreten, sowohl tagsüber als auch nachts. Oder der Harnstrahl ist abgeschwächt und es entsteht ein Restharngefühl. Die Blasenentleerung kann auch mit Schmerzen, mit einem Brennen oder Stechen einhergehen. Die beschriebenen Probleme sind oft Anzeichen für Erkrankungen des unteren Harntrakts.
Was gehört zum unteren Harntrakt?
Der untere Harntrakt besteht aus Harnblase und Harnröhre. Beim Mann befindet sich direkt unterhalb der Harnblase die Prostata, welche die Harnröhre ummantelt. Die Harnblase sammelt und speichert Urin: Was die Niere aus dem Blut filtriert und über die Harnleiter ausscheidet, hält die Blase für eine gewisse Zeit zurück. Bei einer Urinmenge von etwa 250 bis 350 Millilitern ist die normale Kapazität erreicht, die Blase gibt den Impuls zum Wasserlassen durch die Harnröhre.
Woran liegt es, wenn das Wasserlassen mühsam ist?
Hierfür gibt es viele Ursachen, doch was wir immer wieder feststellen: Bei Männern ab etwa 50 Jahren kommt es häufig zu einer gutartigen Vergrösserung der Prostata. Sie drückt dann auf Harnröhre und Blase, mit möglichen Folgen für die Blasenentleerung. Bei Frauen diagnostizieren wir häufig Harnwegsinfekte oder eine sogenannte Reizblase, also eine überaktive Blase. Frauen haben eine kurze Harnröhre, die es Bakterien erleichtert, in die Blase zu gelangen. Zudem äussern sich Blasenprobleme vermehrt in den Wechseljahren, wenn sich Schleimhaut und Muskelgewebe durch den Östrogenmangel verändern.
Wann braucht es eine Abklärung?
Bei akuten Beschwerden wie einem Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen sollte man dringend zur Ärztin oder zum Arzt gehen. Auch Ausfluss oder blutiger Urin sind Alarmzeichen. Eine unbehandelte Blasen- oder Prostataentzündung kann zu Fieber und gar zur Blutvergiftung führen. Blut im Urin könnte auf einen Tumor im Harntrakt hinweisen. – Ansonsten sollte man die Hausärztin oder den Urologen aufsuchen, wenn Probleme fortdauern, sich verstärken und störend wirken.
Zur Behandlung: Was ist wichtig?
Vor dem Therapiestart muss die Ärztin oder der Arzt eine sichere Diagnose stellen. Das geschieht in erster Linie nichtinvasiv, aber bei Unklarheiten zum Beispiel mittels Blasenspiegelung. Für die Behandlung setzen wir primär Medikamente ein. Falls Medikamente die Beschwerden nicht ausreichend lindern oder die Krankheit fortschreitet, besprechen wir mit dem Patienten oder der Patientin eine operative Intervention.
Sind Harnwegsprobleme vermeidbar?
Nur beschränkt. Zum Beispiel ist die gutartige Vergrösserung der Prostata genetisch und hormonell bedingt. Unterstützend kann man ausreichend trinken – 1,5 bis 2 Liter pro Tag, am besten Wasser und nur wenig Alkohol, Koffein und Süssgetränke. Zudem hilft: körperlich aktiv sein, sehr würzige Speisen meiden, auf regelmässigen Stuhlgang achten, Übergewicht reduzieren. Diese Massnahmen sind präventiv und bei leichten Beschwerden im unteren Harntrakt empfehlenswert.

«Nehmen Sie die Beschwerden ernst. Lassen Sie sich von der Ärztin oder dem Arzt beraten.»
Dr. med. Andrej Höhn, Leitender Arzt Klinik für Urologie
Lilly Tobias ist 17 Jahre alt und im zweiten Lehrjahr zur Ausbildung als Fachfrau Gesundheit (FaGe). Anfang 2026 ist sie zu einer Studienreise nach Hanoi, Vietnam aufgebrochen und 8113 Kilometer weit gereist – vom GZO zum Ha Dong District Hospital.…
Zum Beitrag
Die Schilddrüse ist ein winziges Organ mit kraftvoller Wirkung, da sie lebenswichtige Hormone produziert. Was es bedeutet, wenn die Schilddrüse ihre Grösse, Form oder Funktionsweise verändert, erfahren Sie im Interview mit Dr. Lasse Marck, Facharzt…
Zum Beitrag
Knieprobleme können belastend sein, vor allem, wenn sie die Bewegungsfreiheit einschränken. Worauf es bei der Behandlung des Kniegelenks ankommt, erklären Dr. Matthias Rink und Dr. Stefan Brunner, leitende Fachärzte der Abteilung für Orthopädie und…
Zum Beitrag