Zwischen Instruktion, Begleitung und neuen Technologien

11/2022: Bregitte Kolb, Leiterin der Diabetesberatung, über ihren Beruf, herausfordernde Situationen und besonders schöne Momente im Arbeitsalltag.

Diagnose Diabetes: Ist die Krankheit entdeckt, verändert sich das Leben der Betroffenen. Im Interview erzählt Bregitte Kolb, Leiterin der GZO-Diabetesberatung, wie ihr Berufsalltag aussieht, welche Situationen den Fachpersonen im Berufsalltag besonders Freude bereiten und wie sie mit Herausforderungen umgehen

 

Wie sieht Ihr Berufsalltag aus?

Gemeinsam mit meinen Teamkolleginnen Isabella Lätsch und Angelika Strässle berate ich Diabetespatientinnen und -patienten während ihres Spitalaufenthalts und auch ambulant. Beispielsweise zeigen wir ihnen, wie ein Glukosesensor oder eine Insulinpumpe funktioniert oder wir helfen dabei, Medikamente, Essgewohnheiten, Krankheit und Alltag aufeinander abzustimmen. Natürlich gehen wir bei der Beratung auf den Wissensstand der Patientinnen und Patienten ein. So vermitteln wir einer Person, bei der erst kürzlich Diabetes diagnostiziert wurde, natürlich andere Inhalte als jemandem, der schon seit Jahren damit lebt. Wir beraten übrigens bis zu 18 Patientinnen und Patienten pro Tag – von jungen Erwachsenen bis hin zu Seniorinnen und Senioren. Häufig werden sie von Angehörigen begleitet. Das macht die Arbeit abwechslungsreich.

 

Arbeiten Sie auch mit Fachpersonen aus anderen Bereichen zusammen?

Häufig werden Patientinnen und Patienten von der Hausarzt- oder Gynäkologiepraxis an die GZO-Diabetologie oder direkt an uns überwiesen. Auch Patientinnen der Frauenklinik beraten wir regelmässig, meist in Zusammenhang mit Schwangerschaftsdiabetes. Die Zusammenarbeit zwischen uns und den Kolleginnen der Ernährungsberatung ist ebenfalls sehr eng. Wenn immer möglich versuchen wir, die Beratungstermine zu kombinieren, sodass die Patientinnen und Patienten nicht mehrmals kommen müssen. Wir stehen häufig mit Fachleuten der Spitex sowie von Wohn- und Pflegeheimen in Kontakt. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit gefällt mir an meinem Beruf besonders gut.

 

Gibt es noch andere Aspekte Ihres Berufs, die Ihnen besonders Freude bereiten?

Wenn ich jemandem dabei helfen kann, die Krankheit zu akzeptieren und anzunehmen, ist das besonders schön. Zudem kann ich Menschen befähigen, ihren Alltag bestmöglich zu bewältigen. Und letztlich darf ich Patientinnen und Patienten über längere Zeit begleiten – manche von ihnen sogar über Jahre – und dabei eine Beziehung zu ihnen aufbauen.

 

Gibt es ein Ereignis, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Unser Fachgebiet entwickelt sich ständig weiter. Gerade die Technik macht grosse Fortschritte. Manchmal ist es gar nicht so einfach, mit diesem hohen Tempo Schritt zu halten. Ich habe eine über 90-jährige Patientin beraten, die ganz genau wissen wollte, wie die neuen Diabetes-Technologien funktionieren.  Alles selbst zu können, war ihr Ziel. Zu spüren, wie sehr sie es geschätzt hat, dass ich ihr die Funktionsweise der verschiedenen Geräte und Applikationen erklärt habe, war eine schöne Erfahrung.

 

Wie gehen Sie mit Situationen um, die Sie besonders herausfordern?

Bei fachlichen Herausforderungen kommt uns zugute, dass wir uns gegenseitig schulen und so auf dem neuesten Stand bleiben. Besucht beispielsweise eine meiner Kolleginnen eine Fortbildung, gibt sie ihr Wissen im Anschluss an die anderen Teammitglieder weiter. Zudem tauschen wir uns natürlich regelmässig aus – zu dritt, aber auch mit Fachpersonen anderer Bereiche.

 

Was planen Sie für die Zukunft?

Schon heute besuchen wir gelegentlich Wohn- und Pflegeheime, um die dortigen Mitarbeitenden im Umgang mit Diabetes zu schulen. Wir möchten das bestehende Konzept hierfür weiter ausbauen und die Schulungen so laufend verbessern.

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