«Ein Nein ist risikoarm.» – Falsch. Ein Nein führt in den Konkurs.
Clearway ruft dazu auf, den Nachlassvertrag durch Nichtstun abzulehnen, und stellt ein Nein als risikoarm dar. Das ist falsch und irreführend.
Clearway weiss das selbst: Im eigenen Disclaimer nennt Clearway den Verlust der Leistungsaufträge als Risiko – und blendet es in sämtlichen Berechnungen aus.
Clearway behauptet: Im Konkurs läuft das Spital weiter und kann an einen anderen Betreiber verkauft werden. Das ist falsch. Die Gesundheitsdirektion hat mehrfach bestätigt: Die Leistungsaufträge gehen nicht ohne aufwändige Bedarfsprüfung auf einen neuen Betreiber über. Ohne Leistungsaufträge keine Abgeltung durch den Kanton. Ohne Abgeltung kein Wert für die Gläubiger.
Die Realität im Konkurs: Ab Tag 1 oder 2 könnten wir keine Notfallpatienten mehr aufnehmen, Patientinnen und Patienten müssten verlegt werden. Realistisch ist die Schliessung innert 4 Wochen. Mehr dazu in Folge 8 unseres Podcasts.
Clearway rechnet den Konkurs schön: Die Liegenschaft wird mit 55 Millionen Franken statt 12 Millionen Franken bewertet, abgezogen werden nur 6,1 Millionen Franken statt 31,2 Millionen Franken Bauhandwerkerpfandrechte.
Clearway suggeriert: Im Konkurs fliesst das Geld sofort. Das ist falsch. Die Konkursdividende wird grundsätzlich erst gegen Ende des Verfahrens ausbezahlt – wann genau, ist ungewiss. Die dargestellte Diskontierung im Konkurs ist viel zu optimistisch.
Ein Nein ist kein Verhandlungshebel. Es ist der Weg in die Schliessung.
«Die Zahlen sprechen für ein Nein.» – Falsch. Clearways Zahlen halten keiner Prüfung stand.
Wer genau hinschaut, sieht: Clearway vermischt Prozentangaben mit Frankenbeträgen und leitet daraus Thesen ab. Diese Thesen sind falsch – und werden durch Wiederholung nicht richtiger. Belege oder einen Faktencheck liefert Clearway nicht.
«Das Infracore-Angebot ist noch umsetzbar.» – Falsch. Es beruht auf falschen Annahmen.
Clearways Behauptung hat gleich mehrere Fehler:
Clearway verschweigt: Ohne Kapitaleinschuss der Gemeinden fallen CHF 50 Mio. weg. Die Prüfung durch PwC zeigt, dass das Infracore-Angebot nominal keine finanziell tragbare höhere Dividende ermöglicht.
«Eine zweite Gläubigerversammlung nach dem 7. November ist möglich.» – Falsch. Die Fristen lassen es nicht zu.
Das Gesetz verlangt, dass die Einladung mindestens 30 Tage vor der Gläubigerversammlung erfolgt. Danach braucht es eine Frist für die Stimmabgabe, anschliessend eine angemessene Frist für den Bericht der Sachwalter an das Nachlassgericht. Rechnet man vom Ende der Nachlassstundung am 19. Dezember 2026 zurück, ist klar: Eine weitere Gläubigerversammlung im November ist schlicht nicht machbar. Wer auf eine zweite Runde setzt, setzt auf den Konkurs.
«Die Gläubiger zahlen, Gemeinden und thurmed profitieren.» – Falsch. Ohne Gemeinden und thurmed gibt es keine Sanierung.
Clearway stellt den Forderungsverzicht der Gläubiger von CHF 147 Mio. den Beiträgen der Gemeinden (CHF 50 Mio.) und von thurmed (CHF 7 Mio.) gegenüber und folgert: Die Gläubiger bluten, die anderen profitieren. Das ist verzerrt. Die Gemeinden und thurmed bringen frisches Geld. Erst der Kapitaleinschuss der Gemeinden ermöglicht es, alle frei verfügbaren liquiden Mittel an die Gläubiger auszuschütten. Diese Beiträge ermöglichen die Dividende – sie gehen nicht zulasten der Gläubiger.
«Grossgläubiger mit über einem Drittel der Forderungen sagen Nein.» – Nicht belegt
Clearway stützt sich auf selektiv zitierte Zeitungsartikel. Diese Aussagen sind aus dem Kontext gerissen und nicht aktuell: Sie stammen aus der Zeit vor dem Versand der Einladung und der Unterlagen der Sachwalter und der GZO AG.
Fakt ist: Grosse Gläubiger, mit denen wir im Gespräch sind, haben noch nicht entschieden.
Was Clearway nicht sagt: Ihre Forderung ist gering.
Alle Gläubiger können in der Akteneinsicht sehen, wie hoch die Forderung von Clearway ist. Ihr eigenes Risiko ist gering. Die Stimme ist laut, das Stimmgewicht tief.
Fazit: Clearway verspricht mehr – und riskiert alles, mit kleinem eigenen Einsatz. Ein Nein bringt keine bessere Offerte, sondern den Konkurs: Schliessung des Spitals, Verwertung der Liegenschaft als Spitalbrache, Dividende erst am Ende des Verfahrens mit spekulativem und erwartbar tiefem Preisschild. Der Nachlassvertrag ist die einzige umsetzbare Lösung auf dem Tisch. Auch die Sachwalter empfehlen seine Annahme.