Brustzentrum: Enge fachliche Vernetzung für die Patientinnen

Brustkrebs ist eine individuelle Erkrankung. Die Expertinnen und Experten besprechen gemeinsam bei jeder Patientin, welches das bestmögliche Vorgehen ist.

10/2026: Am GZO Spital Wetzikon erhalten Brustkrebspatientinnen eine persönlich gestaltete, hoch kompetente Begleitung – von der Diagnostik über die Therapie bis zur Nachsorge. Dabei spielt die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Expertinnen und Experten mehrerer Fachdisziplinen eine entscheidende Rolle. Im Brustzentrum des GZO laufen alle Fäden zusammen.

Ein Knoten in der Brust, zufällig ertastet, macht Angst. Für die Frau ist es wichtig, möglichst rasch Klarheit zu bekommen. Warten und sich in der Gedankenspirale verlieren, wäre ein zusätzlicher, unnötiger Stressfaktor. Im spezialisierten und zertifizierten Brustzentrum, das zur Frauenklinik des GZO gehört, erhält die angemeldete Frau sehr rasch einen ärztlichen Gesprächs- und Untersuchungstermin. Begrüsst und begleitet wird sie von der Pflegefachfrau Beatrice Schai Stoller.

Verlässlichkeit und gute Kommunikation
Falls die diagnostischen Abklärungen zeigen, dass es sich um einen bösartigen Tumor handelt, erklärt die Pflegefachfrau, dass sie als Breast and Cancer Care Nurse speziell ausgebildet ist für Frauen mit einer Brusterkrankung und gerne während des gesamten Prozesses an ihrer Seite bleibt: Bei den Untersuchungen, bei Arztgesprächen, während und nach Therapien, aber auch zwischen den Terminen. Beatrice Schai Stoller berät, unterstützt und sorgt kontinuierlich für die Verbindung zwischen den Ärzten und der Patientin. «Sie darf mich bei Fragen und Probleme jederzeit anrufen oder mir nachts schreiben, sollte sie nicht schlafen können. Am Morgen antworte ich oder biete ein Gespräch bei uns an.»


Alle ziehen an einem Strang
Die zuverlässige, fachkompetente und empathische Begleitung festigt den Boden unter den Füssen der Patientinnen. Ein besonders stabiler Pfeiler besteht aus der nahtlosen Zusammenarbeit zwischen Abteilungen und Fachdisziplinen, namentlich zwischen Frauenklinik, Radiologie, Chirurgie, Onkologie, Physiotherapie sowie weiteren beteiligten, auch extern angesiedelten Fachgebieten.

Dr. med. Stefan Paepke, Leitender Arzt der Frauenklinik und Leiter des Brustzentrums, betont: «Wir sind hervorragend vernetzt, ganz nach dem Credo ‹einer für alle, alle für einen›. Nur dank der uns unterstützenden flankierenden Abteilungen sind wir in der Lage, die Patientinnen optimal zu betreuen und zu therapieren. Es beginnt bei der Diagnosestellung: Das Radiologie-Team gewährleistet eine exzellente Brustdiagnostik (Mammadiagnostik) mit den modernsten Geräten, die man dafür braucht.» Es sei von unschlagbarem Vorteil, so der Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, mit dem Schwerpunkt Senologie («Brustmedizin»), dass die Wege im überschaubaren GZO kurz sind und die geradezu familiäre Atmosphäre insbesondere auch für Patientinnen des Brustzentrums eine positive Wirkung hat.

Gemeinsame Sprache und Werte
Dr. med. Alexandra Kochanowski, Leiterin und Chefärztin des Departements Frau und Kind am GZO, stellt tagtäglich fest, «wie sehr die Patientinnen die klar verständliche Kommunikation und unseren lückenlosen professionellen Informationsfluss schätzen. Gerade heute Morgen äusserte sich eine Patientin überrascht und erleichtert darüber, dass ich bereits vom Lymphödem wusste, welches die Physiotherapeutin entdeckt hatte.» Alle beteiligten Fachexpertinnen und Fachexperten würden die gleiche Sprache sprechen, «ja, wir verstehen uns manchmal sogar wortlos, da wir perfekt aufeinander abgestimmt sind, um das gemeinsame Ziel der bestmöglichen Begleitung der Patientinnen zu erreichen».

Richtlinien zugunsten der Patientin
Auf dem gesamten Patientenpfad seit Ertasten des Knotens gilt: Das Warten auf den Befund oder auf den Therapiebeginn soll erträglich und möglichst kurz sein. Beim ärztlichen Ersttermin mit der Ultraschalluntersuchung der Brust findet – falls angezeigt und von der Frau erwünscht – sogleich die Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe) und darauf die Mammografie statt. Die Analyse der Gewebeprobe, durchgeführt im Pathologielabor des Kantonsspitals Winterthur, benötigt ihre verfahrensbedingte Zeit. Der radiologische Bericht der GZO-internen Mammografie liegt umgehend vor. Die Besprechung des Befundes muss gemäss Richtlinien des zertifizierten Brustzentrums spätestens fünf Arbeitstage nach Entnahme der Gewebeprobe stattfinden.

Gewünscht sind ehrliche Informationen
Die spezialisierte Pflegefachfrau bleibt an der Seite der Frau, wenn Dr. med. Stefan Paepke oder Dr. med. Alexandra Kochanowski mit der Patientin die eingetroffene Krebsdiagnose bespricht. Alle drei Fachpersonen sagen, die allermeisten Frauen wünschten sich eine ehrliche Aufklärung und ein rasches Handeln. Häufig bedeutet dies eine Chemotherapie, mit der Chance einer Tumorverkleinerung, damit die Brustoperation möglichst schonend erfolgen kann. Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit am GZO erleichtert es der Patientin, den von ihr gewählten Weg zu gehen – nachdem mit ihr die medizinischen Informationen und Empfehlungen für die therapeutischen Massnahmen eingehend besprochen wurden.

«Ich schätze den offenen, unkomplizierten Austausch mit dem Brustzentrum. Diese Zusammenarbeit ist insbesondere wichtig, weil die individuelle Behandlung von Brustkrebspatientinnen eine enge Abstimmung verschiedener Fachdisziplinen erfordert.»

PD Dr. med. Jeroen Goede

Wie entsteht der Therapieplan?
Auch der empfohlene Therapieplan basiert auf dem zuverlässigen Zusammenwirken der Fachdisziplinen: Brustkrebs ist eine individuelle Erkrankung. Deshalb werden alle Patientinnen mit Brustkrebs an einer der wöchentlich stattfindenden Konferenzen, beim sogenannten Tumorboard, vorgestellt. «Dadurch können medizinische Entscheidungen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und gemeinsam getragen werden», erklärt PD Dr. med. Jeroen Goede, Chefarzt der Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie. «Gerade bei einer Krebsdiagnose ist es entscheidend, dass die verschiedenen Behandlungsschritte gut aufeinander abgestimmt sind. Zugleich soll die Patientin mit ihren persönlichen Bedürfnissen und Vorstellungen im Zentrum stehen und wissen, an wen sie sich mit ihren Fragen und Anliegen wenden kann.»


Sich der schwierigen Situation annähern
Zeigt sich beispielsweise ein Befund, der sich mit einer Chemotherapie am effektivsten behandeln lässt, bietet Beatrice Schai Stoller der Patientin an, mit ihr vorgängig die Onkologie-Abteilung zu besuchen. «Das Team, anwesende Patientinnen und die freundliche Atmosphäre kennenzulernen, nimmt viel Angst weg.» Ebenso begleitet sie die Patientin zum Aufklärungsgespräch mit dem Onkologen. Beatrice Schai Stoller arbeitete früher selbst auf dieser Abteilung, ist mit den Therapien und deren möglichen Nebenwirkungen sehr vertraut. Die Patientin erhält im Gespräch mit dem Facharzt wertvolle, hilfreiche Informationen und kann alle erdenklichen Fragen stellen. In einer solchen schwierigen Situation ist es jedoch fast unmöglich, vollkommen aufnahmefähig zu sein. Deshalb empfiehlt die Pflegefachfrau der Patientin immer, mit einer nahestehenden Person zu erscheinen. Das private Umfeld gehört wesentlich zum tragenden Netzwerk.


Brustchirurgie auf hohem Niveau
Sollte vor Beginn oder nach Abschluss der Chemotherapie ein operativer Eingriff erforderlich sein, ist die Patientin auch dafür am GZO gut aufgehoben. Dr. med. Alexandra Kochanowski und Dr. med. Stefan Paepke ergänzen sich ebenfalls in der Brustchirurgie optimal, zusammen mit Dr. med. Angelo Biraima, Facharzt für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie. Sie gehen auf die Wünsche der Patientinnen ein und betreuen sie während des gesamten Prozesses respektvoll, kompetent und einfühlsam.

«Wenn die Patientin ein Problem hat, das ich nicht lösen kann, genügt ein kurzes Telefonat, damit sie meistens noch am selben Tag einen Arzt sehen kann. Die Zusammenarbeit funktioniert so gut, weil das gegenseitige Vertrauen gross ist.»

Sara Kappler, Physiotherapeutin

Raum für lebensfrohe Momente
Selbstverständlich sind viele Prozesse am GZO standardisiert, um die hohe fachliche Qualität zu sichern. Einer dieser Standards ist die Anmeldung der Frauen zur ambulanten Physiotherapie: Einerseits für die spezialisierte physiotherapeutische Behandlung und Instruktion nach der Brustoperation, andererseits für die Onko-Sportgruppe mit dem Fokus auf dem Kraft- und Ausdauertraining. «Ich finde es wichtig», sagt die Physiotherapeutin Sara Kappler, «dass die Patientinnen bei uns in der Therapie, aber auch in der Gruppe, Raum haben zu erzählen, was sie beschäftigt – und dass trotz allem auch herzlich gelacht werden darf. In der belastenden Lebenssituation sollen sie als Mensch und nicht nur als Patientin wahrgenommen werden.»
 

«PINK OCTOBER»: EINLADUNG ZUR YOGA-LEKTION
Bewusst, meditativ, nährend:
Yoga-Lektion mit Ivana Stutz für Anfängerinnen und Fortgeschrittene
Donnerstag, 29. Oktober 2026 um 15.30 Uhr, GZO Spital Wetzikon  
Die Teilnahme ist kostenlos.

Melden Sie sich hier an bis 22. Oktober:

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