«Stroke Unit klang für mich erst ein bisschen nach Star Wars»

12/2025: Herr L. wurde in diesem Jahr mit einem Schlaganfall auf die Notfallstation des GZO Spital Wetzikon gebracht und in der Stroke Unit behandelt. War ihm vor seinem Schlaganfall der Begriff «Stroke Unit» noch gar nicht bekannt, ist er dem Team heute sehr dankbar – und beeindruckt, wie schnell und kompetent er versorgt werden konnte. Wie Herr L. diese Zeit erlebt hat, schildert er auf eindrückliche Weise.

Ein Morgen wie jeder andere. Dachte sich Herr L. jedenfalls. Er stand auf, sprach mit seiner Frau, wollte sich anziehen – und fühlte sich komisch. Irgendwie konnte er sich nicht mehr so bewegen wie sonst. «Das kommt schon noch», war er überzeugt. Aber auf einmal merkte Herr L., dass er Probleme mit der Feinmotorik seiner Hand hatte. Er konnte sie nicht mehr richtig heben. Herr L. wandte sich an seine Frau, doch jetzt wollten sich auch die Sätze nicht mehr klar formulieren lassen. Denn wenn er sprach, sagte er nicht das, was er eigentlich sagen wollte.

Blitzschnell ins GZO
Frau L. reagierte blitzschnell und alarmierte sofort die Regio 144. Das Team war innerhalb von Minuten da. Im Rettungsfahrzeug kümmerten sich die Rettungskräfte um Herrn L. und organisierten parallel den Spitalaufenthalt in der GZO-Stroke-Unit. «Es war beeindruckend», erinnert er sich. «Als wir am GZO ankamen, stand die ganze Notfall-Gruppe parat und wusste, was zu tun ist.»

Diagnose: Schlaganfall
Das Rettungsteam der Regio 144 hatte schon am Anfang vermutet, dass es sich um einen Schlaganfall handeln könnte. Im GZO brachte man Herrn L. dann so schnell wie möglich in die Computertomografie, um das Gehirn und die hirnversorgenden Gefässe zu untersuchen. Und tatsächlich: Das interdisziplinäre Spezialistenteam entdeckte einen Gefässverschluss, der den Schlaganfall ausgelöst hatte. Herr L. erhielt eine Lysetherapie – also ein Medikament, das das Blutgerinnsel auflöst – und wurde zur weiteren Behandlung auf die Stroke Unit gebracht.

Erste Fortschritte nach kurzer Zeit
Schon innerhalb von 30 Minuten ging es Herrn L. deutlich besser. Er probierte selbstständig, die zwölf Monate in der richtigen Reihenfolge aufzuzählen und damit auch wieder zu sprechen. Und es funktionierte. Auch seine Hand konnte er wieder besser bewegen. «Die Funktionen sind nach und nach zurückgekommen. Schon bemerkenswert, was dieses Medikament so bewirkt», erinnert sich Herr L. immer noch staunend. Im Verlauf unterhielt er sich auch wieder mit einem der Ärzte, und seine Frau hat ihm schon bald einen Besuch abstatten können.

Im Notfall gut aufgehoben
Herr L. hat sich sowohl beim Rettungsdienst, beim Notfallteam als auch auf der Stroke Unit unglaublich gut aufgehoben gefühlt. «Schon Wahnsinn», schmunzelt er. «Bis zu diesem Morgen wusste ich noch gar nicht, dass es so eine Stroke Unit überhaupt gibt. Für mich klang das erst so ein bisschen nach ‹Star Wars›. Und ein paar Minuten später war ich froh, dass ich nach so kurzer Zeit behandelt werden konnte.»

Ein sensationelles Team
Dr. med. Achim Mallmann, Abteilungsleiter Neurologie und Leiter Stroke Unit, habe Herr L. beispielsweise als eine sehr angenehme Person erlebt. «Er hat zugeschaut, beobachtet wie ich mich verhalte und alles aufgenommen. Ich hatte das Gefühl, in seinem Kopf haben sich viele einzelne Teile, die zu meiner Erkrankung gehören, zusammengesetzt.» Darüber hinaus habe ihn der zuständige Assistenzarzt super informiert. Und auch die Teams der Pflege, Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie seien «sensationell» gewesen. «Generell ziehe ich meinen Hut vor dem vielen Fachwissen und bin einfach nur begeistert von der super Betreuung, die mir zuteilwurde», resümiert Herr L.

Rehabilitationszeit in Wald
Drei Tage später ging es für Herrn L. drei Wochen lang nach Wald – zur Rehabilitation. Denn auch, wenn er nach der Lysetherapie schon deutliche Fortschritte bemerken konnte, war eine anschliessende Reha doch unumgänglich. «Der Körper braucht einfach Zeit, um seine Aufgaben wieder normal ausführen zu können», erzählt Herr L. In den Zürcher RehaZentren war alles punktuell auf ihn abgestimmt. Herr L.  fühlte sich dort ebenfalls wunderbar aufgenommen. Mit der Zeit bemerkte er Schritt für Schritt weitere Verbesserungen und fand es sehr spannend, die Reaktivierung seines Gehirns beobachten zu können.

Positiver Blick in die Zukunft
Die weiteren Untersuchungen ergaben, dass wahrscheinlich ein «kleines Loch» in der Herzscheidewand die Ursache für den Hirnschlag gewesen ist – ein Überbleibsel des vorgeburtlichen Kreislaufs. Das Loch konnte jedoch mittlerweile von den Spezialistinnen und Spezialisten des Universitätsspital Zürich verschlossen werden, mit denen das GZO-Team bei diesen Fragen eng zusammenarbeitet. Bis die Folgen des Schlaganfalls überstanden sind und Herr L. wieder voll arbeiten kann, dauert es zwar noch eine Weile. Wichtig ist ihm aber, dass er sich nicht mehr schlapp fühlt. «Ich habe das Gefühl, ich bin wieder zurück. Ich habe alles gegeben im Spital und in der Reha, und es hat sich gelohnt. Das Ziel, wieder voll am Alltag teilnehmen zu können, ist absehbar.» Herr L. ist froh, dass es ihm heute so gut geht. «Und den Grundstein dafür habt ihr im GZO gemeinsam mit dem Rettungsdienst gelegt», sagt er bestimmt. «Dafür bin ich euch sehr dankbar.»

Zertifizierte Stroke Unit am GZO Spital Wetzikon

Die zertifizierte Stroke Unit des GZO Spital Wetzikon ist Teil des Schlaganfall-Netzwerks Schweiz und speziell für die hochkomplexe Behandlung von Hirnschlägen eingerichtet. Das Team gewährleistet die Schlaganfallversorgung für das Zürcher Oberland und die Region See-Gaster (SG) gemäss den modernsten professionellen Standards.
 

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