«Ganzheitlich und unbeschwert mit Endometriose leben»

03/2026: Starke Schmerzen bei der Menstruation können auf Endometriose hinweisen – eine gutartige Erkrankung, die rund jede zehnte Frau betrifft. Warum die Anzeichen ernst zu nehmen sind und welche Therapien helfen können, erklären Dr. Rasmus Schmädecker und Dr. Friederike Rothe, Spezialisten der zertifizierten Endometrioseklinik am GZO.

Was bedeutet Endometriose?
Dr. Rasmus Schmädecker (RS): Endometriose ist mit dem weiblichen Monatszyklus verknüpft. Im gebärfähigen Alter bildet sich jeden Monat in der Gebärmutterhöhle eine Schleimhaut, damit sich ein befruchtetes Ei einnisten könnte. Die Krankheit Endometriose entsteht, wenn sich Gewebezellen, die der Schleimhaut sehr ähnlich sind, im Becken- oder Bauchraum ansiedeln.

Mit welchen Folgen?
Dr. Friederike Rothe (FR): Dieses Schleimhautgewebe, das sich bei Endometriose am falschen Ort befindet, reagiert wie dasjenige in der Gebärmutterhöhle: Es steht unter Einfluss der Geschlechtshormone und verändert sich während des Menstruationszyklus. Deshalb kann es dort zu Blutungen, Entzündungen, Schmerzen und Vernarbungen kommen. Endometriose ist eine chronische, gutartige Erkrankung, die viele Frauen betrifft – allerdings erfahren sie häufig erst spät davon.

Endometriose bleibt häufig unentdeckt?
FR: Ja, leider. Die betroffenen Frauen fühlen sich Monat für Monat krank vor Schmerz und denken, das gehöre nun einmal dazu. Es ist jedoch wichtig, sich mit den Beschwerden nicht abzufinden, sondern sie frühzeitig durch eine Gynäkologin oder einen Gynäkologen abklären zu lassen.

Welche Anzeichen sind ernst zu nehmen?
RS: Neben heftigen Unterbauchschmerzen treten häufig auf: Beschwerden im unteren Rücken und Becken mit Ausstrahlung in die Beine, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, auch beim Stuhlgang oder Wasserlassen während der Menstruation. Bei Unfruchtbarkeit kann ebenfalls Endometriose die Erklärung sein, häufig sogar ohne weitere Beschwerden. Endometriose geht mit Symptomen einher, die nicht allein körperlich, sondern auch seelisch sehr belastend sind.

Wie verläuft die Diagnostik?
FR: In der Endometrioseklinik des GZO klären wir die Beschwerden mit der Patientin sowohl im ausführlichen Gespräch als auch bei der Untersuchung. In vielen Fällen können wir bereits mit Ultraschall feststellen, ob sich Endometrioseherde entwickelt haben. Ansonsten veranlassen wir weitere bildgebende Untersuchungen. Jede Patientensituation besprechen wir mit Expertinnen und Experten verschiedener Fachbereiche. Gemeinsam erstellen wir ein persönlich abgestimmtes Therapiekonzept.

Zu den Therapien: Was bewährt sich?
RS: Wenn immer möglich, empfehlen wir komplementäre, also sich gegenseitig ergänzende Therapien. In erster Linie behandeln wir nicht-operativ, das heisst, zum Beispiel mittels Hormon- oder Schmerztherapie. Zudem helfen unterstützende Massnahmen wie Physiotherapie oder Ernährungsberatung. Sind diese konservativen Therapien unzureichend oder besteht ein unerfüllter Kinderwunsch, sprechen wir mit der Patientin über einen möglichen operativen Eingriff. Das Therapieziel ist eine deutliche Linderung der Symptome, um ein unbeschwertes Leben führen zu können.  


Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Angebot der Endometrioseklinik des GZO.

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