Markus Kuster ist 75 Jahre alt und stand schon immer aktiv im Leben. Der gebürtige Wetziker ist Coiffeur mit Herz und Seele, führt seit 35 Jahren ein erfolgreiches Geschäft in der Stadt. Bis vor einigen Jahren war er aktiv beim Fussball engagiert, erst als Spieler, dann als Trainer. Seit 52 Jahren ist er zudem glücklich mit seiner Frau verheiratet. Markus Kuster war immer topfit – bis vor gut zweieinhalb Jahren erstmals gesundheitliche Beschwerden auftraten.
Der Anfang: Ein schwächerer Harnstrahl
Es fing damit an, dass Markus Kusters Harnstrahl immer schwächer wurde. Er konnte im Stehen nicht mehr richtig Wasser lösen – eine für ihn ungewohnte Situation, lebte er doch dynamisch und fühlte sich stets gesund. Schmerzen hatte er zunächst nicht, doch mit der Zeit merkte Kuster, dass er Blut im Urin hatte. Irgendwann leerte sich die Blase nicht mehr vollständig und an Weihnachten 2024 kam nur noch sichtbar blutiger Urin mit Blutklümpchen. Er wusste, dass irgendetwas nicht stimmte, behielt seine Symptome aber zunächst für sich.
Der Verlauf: Verschlechterung des Gesundheitszustands
Dem damals 74-jährigen ging es immer schlechter und er verlor merklich Blut. Dass er immer weniger fit war, bemerkte auch seine Frau. Markus Kusters Zustand wurde so besorgniserregend, dass er unbedingt in einer Hausarztpraxis vorstellig werden musste – das erste Mal nach langer Zeit.
Die Sprechstunden: Neuer Hausarzt und Überweisung in die GZO-Urologie
Am 7. Januar 2025 war es soweit und Markus Kuster liess seine Beschwerden bei einem Hausarzt untersuchen. Mittlerweile litt er unter starken Schmerzen und wurde nach der Sprechstunde umgehend in die Urologie des GZO Spital Wetzikon überwiesen. Am 15. Januar 2025 traf Markus Kuster das erste Mal auf Dr. med. Andrej Höhn, Leitender Arzt Urologie am GZO.
Der Verdacht: Eine prostatogene Blasenentleerungsstörung
Dr. Höhn untersuchte Kuster zunächst mit einem Ultraschallgerät. Er sah, dass die Blase voll, die Nieren gestaut und die Prostata massiv vergrössert war. Dr. Höhns Anfangsverdacht lag bei einer prostatabezogenen Blasenentleerungsstörung. Er begann umgehend damit, den massiven Urinverhalt mit einem Blasendauerkatheter zu entlasten. Markus Kuster war begeistert von seiner Arbeit. Er berichtet: «Dr. Höhn hat mir insgesamt zweieinhalb Liter Flüssigkeit aus der Blase gezogen und das super gemacht. Er blieb unglaublich sachlich und verzog keine Miene.»
Die Diagnose: Massive Prostatavergrösserung mit «Überlauf-Blase»
Um der definitiven Diagnose auf den Grund zu gehen, wurde Markus Kuster zusätzlich untersucht: mit einer Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT), durch die ein relevanter Prostatatumor ausgeschlossen werden konnte, und einer Evaluation seines PSA-Werts (prostataspezifisches Antigen), der leicht erhöht war. Danach war klar: Kuster litt an einer massiven Prostatavergrösserung mit «Überlauf-Blase». Diese erklärte auch seine Beschwerden, denn: Die Prostata liegt direkt unter der Blase und ihr Wachstum wird unter anderem hormonell und genetisch beeinflusst. Wächst die sogenannte Vorsteherdrüse an, erhöht sich der Widerstand unter der Blase und der Blasenmuskel wird überdehnt. Die Folge: Die Blase kann sich nicht mehr richtig entleeren, es kommt zu einer Restharnbildung. Wird es schlimmer, kann der Urin gar nicht mehr abgelassen werden, eine Harnverhaltung ist die Konsequenz. Zusätzlich entwickelt sich ein Urinrückstau in die Nieren.
Die Operation: Eingriff am Universitätsspital Zürich
Eine Operation war also unumgänglich – auch, weil Kusters Prostata zwischen 180 und 190 Gramm wog. Wohlgemerkt: Das reguläre Gewicht liegt ab 70 Jahren bei bis zu circa 40 Gramm. Dr. Höhn überwies Kuster ans Universitätsspital Zürich (USZ), um die vergrösserte Prostata «auszuschälen» – also das überschüssige Gewebe mit einem Laser zu entfernen. Im März 2025 war es dann soweit: Dr. Höhn und PD Dr. med Etienne Keller, Leitender Oberarzt, Klinik für Urologie am USZ, nahmen den Eingriff minimalinvasiv durch die Harnröhre vor, ganz ohne grossen Bauchschnitt. Vor der Operation hatte Markus Kuster keine Angst, nur ein bisschen vor der Narkose. Aber: «Es war alles top vorbereitet und die Zusammenarbeit zwischen dem GZO und dem USZ war wirklich perfekt», fasst er seine Erfahrung zusammen. «Nach dem Eingriff ging es mir sehr gut und mit einem meiner behandelnden Ärzte konnte ich später sogar über Fussball reden» fügt er schmunzelnd hinzu. «Ich kann wirklich nur Positives berichten.»
Der Abschluss: Markus Kuster ist wieder gesund und glücklich
Fit ist Markus Kuster bis heute. Lediglich ein paar Nachsorgetermine musste er noch im GZO wahrnehmen, aber gesundheitliche Probleme seien nie wieder aufgetreten. «Der Spezialist aus dem USZ meinte, die Prostata sei ein richtiges ‹Bijou› geworden», lacht er. «Generell kann ich allen Beteiligten nur Danke sagen. Dr. Höhn empfehle ich auch meinen Kunden weiter – und selbstverständlich kämpfe ich dafür, dass das GZO bestehen bleibt.»
Die Botschaft: Weiteren Betroffenen Mut machen
Markus Kuster möchte anderen Männern Mut machen, früher über ihren Gesundheitszustand zu sprechen. «Für mich ist es eigentlich untypisch, dass ich niemandem etwas davon erzählt habe. Nicht, weil es mir unangenehm war, aber vielleicht habe ich es einfach aus falschem Stolz für mich behalten», gibt er nachdenklich zu. «Denn meine Frau hätte mich direkt zum Arzt geschickt und ich habe das vielleicht einfach nicht für nötig gehalten.» Für die Männer hat Markus Kuster eine persönliche Botschaft: «Ich kann mir vorstellen, dass es für einige von euch unangenehm ist, über eure gesundheitlichen Probleme zu sprechen. Aber das muss es nicht. Mein Rat: Geht frühzeitig zur Untersuchung, das würde ich rückblickend auch so machen.»

Die Urologie am GZO Spital Wetzikon bietet in enger Zusammenarbeit mit dem Universitätsspital Zürich Diagnoseverfahren und Behandlungsstrategien auf dem neuesten Stand der Wissenschaft an.
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