Informieren Sie sich zu Adipositas

Viele Menschen leiden an Adipositas, also krankhaftem Übergewicht. Aber wodurch wird die Erkrankung ausgelöst? Ab wann ist man übergewichtig, ab wann adipös – und was kann man dagegen tun?

Das Krankheitsbild Adipositas

Adipositas bedeutet krankhaftes Übergewicht durch überschüssiges Körperfett. Sie ist eine anerkannte chronische Erkrankung und wurde bereits im 18. Jahrhundert medizinisch beschrieben. Heute haben wir unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten, nicht nur um das Gewicht zu reduzieren, sondern auch zur Verbesserung von Gesundheit und Lebensqualität. Adipositas bleibt jedoch ein komplexes Krankheitsbild, das individuell betrachtet werden muss.

Definiert wird Adipositas durch die Verteilung des Körperfetts. Die Einteilung erfolgt häufig über den Body-Mass-Index (BMI): Ab einem BMI von 25 gilt man als übergewichtig, ab 30 als adipös.

Adipositas nimmt weltweit zu. In der Schweiz sind rund 43 % der Erwachsenen übergewichtig, davon 12,1 % adipös. Bei Kindern und Jugendlichen sind rund 15 % betroffen. Adipositas ist damit zu einem gesellschaftlichen Problem geworden. Die Ursachen liegen u. a. im leicht verfügbaren, kalorienreichen Nahrungsangebot, mit teils erheblichen gesundheitlichen Folgen. 

Adipositas ist eine chronische Stoffwechsel- und Ernährungsstörung – kein reines Verhaltensproblem. Bei vielen Betroffenen spielen genetische Faktoren eine zentrale Rolle. Auch Hormone, die ein anhaltendes Hungergefühl auslösen, können eine Rolle spielen. Es ist wichtig, Adipositas nicht einfach als Selbstverschulden abzustempeln.

Gründe für eine Adipositas

  • genetische Veranlagung
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Schwangerschaft
  • Stress
  • Schlafmangel
  • unausgewogener Lebensstil
  • psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Essstörungen
  • Traumata

Unbehandelte Adipositas erhöht das Risiko für zahlreiche ernsthafte Erkrankungen und kann die Lebensqualität stark einschränken.

  • Diabetes Typ 2
    Erhöhtes Risiko für die Entstehung und erschwerte Kontrolle eines bestehenden Diabetes.
     
  • ​​​​​​​Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    ​​​​​​​Erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und Arterienverkalkung.
     
  • Gelenkprobleme
    ​​​​​​​Überlastung von Knie- und Hüftgelenken mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.
     
  • Fettleber
    Erhöhtes Risiko für eine Fettleber, die sich zu Entzündung, Zirrhose oder Leberkrebs entwickeln kann.
     
  • Krebs
    Erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten, z. B. Brust-, Gebärmutter- und Darmkrebs.
     
  • Schlafapnoe
    Atemaussetzer im Schlaf mit Tagesmüdigkeit und erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko.
     
  • Psychische Belastung
    Erhöhtes Risiko für Depressionen, Angststörungen und soziale Isolation.
     
  • Eingeschränkte Lebensqualität
    Alltag, Bewegung und soziale Beziehungen sind häufig deutlich beeinträchtigt.
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  • Ungewollte Kinderlosigkeit
    Adipositas kann die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen.

Einflussfaktoren

Ungünstige Ernährungs- und Essgewohnheiten können die Entstehung von Übergewicht/Adipositas fördern. Wer regelmässig mehr Energie durch Nahrung aufnimmt, als der Körper verbraucht, nimmt mit der Zeit an Gewicht zu. Besonders stark verarbeitete Lebensmittel, zuckerhaltige Getränke und fettreiche Snacks enthalten oft viele Kalorien, aber nur wenige wichtige Nährstoffe.

Auch Ernährungsgewohnheiten wie häufiges Snacken, grosse Portionen oder unregelmässige Mahlzeiten können das Risiko für Übergewicht erhöhen. Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung kann dazu beitragen, Übergewicht vorzubeugen und die Gesundheit zu fördern.

Körperfett ist lebenswichtig. Es dient einerseits als Energiereserve und ist andererseits für die Wärmeregulation, den Schutz innerer Organe und die Hormonproduktion notwendig. Bei Überschuss wird es jedoch zum Risikofaktor für Adipositas und Folgeerkrankungen.

Der Körperfettanteil kann beispielsweise mit der Bioelektrischen Impedanzanalyse (BIA) bestimmt werden, bei welcher der Fett- und Wasseranteil im Körper über einen elektrischen Widerstand gemessen werden.

Das soziale Umfeld kann den Behandlungserfolg entscheidend unterstützen. So können Familie und Freunde:

  • motivieren und ermutigen
  • bei Ernährung und Bewegung aktiv begleiten
  • gemeinsam gesunde Gewohnheiten fördern
  • an Informationsangeboten teilnehmen, um mehr über die Erkrankung und deren Behandlung zu lernen

Trotz Unterstützung bleibt die eigene Bereitschaft zur Veränderung entscheidend für den langfristigen Erfolg.

Das Mindset, also die innere Einstellung, beeinflusst den Behandlungserfolg stark. Ein positives Mindset unterstützt Motivation, Durchhaltevermögen und nachhaltige Veränderungen. Ein negatives Mindset kann Rückfälle begünstigen und Fortschritte erschweren.

Eine psychologische Begleitung kann helfen, langfristig stabile Veränderungen zu erreichen. Im Adipositas-Zentrum erfolgt dies in Zusammenarbeit mit spezialisierten Psychologinnen und Psychologen sowie Psychiaterinnen und Psychiatern des Clienia Psychiatriezentrums Wetzikon. Wir empfehlen allen Patientinnen und Patienten, sich beraten zu lassen.

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Sekretariat Adipositas-Zentrum
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8620 Wetzikon

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