Wie die Schilddrüse das Befinden prägt

11/2023: Die Schilddrüse bildet lebenswichtige Hormone. Sie beeinflussen Herz, Kreislauf und viele andere zentrale Bereiche des Körpers. Alles Wissenswerte zur Schilddrüse erfahren Interessierte am 8. November beim Vortrag im GZO Spital Wetzikon. Stefan Zechmann, Kaderarzt Endokrinologie, vorab im Interview.

Wo befindet sich die Schilddrüse?
Die Schilddrüse liegt im unteren Halsbereich, gleich unter dem Kehlkopf und vor der Luftröhre. Im gesunden Zustand ist sie von aussen nicht sichtbar, lässt sich jedoch ertasten. Mit ihren zwei Seitenlappen erinnert die Schilddrüse an die Form eines Schmetterlings.
 

Was bewirkt sie im Körper?
Es ist faszinierend, wie zentral der Einfluss dieses kleinen Organs ist: Die Schilddrüse bildet lebenswichtige Hormone. Das sind Botenstoffe, die stetig in den Blutkreislauf gelangen und zahlreiche Vorgänge im Körper fein abgestimmt regulieren. Die Schilddrüsenhormone sind für die Gesundheit entscheidend, da sie den Stoffwechsel, den Energiehaushalt und viele andere Bereiche des Körpers prägen. Eine gut funktionierende Schilddrüse unterstützt die Balance des gesamten Organismus. Deshalb beeinträchtigen Erkrankungen der Schilddrüse das individuelle Befinden und die Lebensqualität.
 

Welches sind die häufigsten Erkrankungen der Schilddrüse?
Die Schilddrüse kann sich in ihrer Form und Grösse oder in ihrer Funktionsweise verändern. Eine Vergrösserung des Organs – durch einen sogenannten Kropf oder einzelne Schilddrüsenknoten – beobachten die Betroffenen meist selbst. Sie sollten dann die Hausärztin oder den Hausarzt aufsuchen. Diskreter sind Störungen, die sich im Innern der Schilddrüse abspielen, nämlich, wenn die Hormonproduktion gedrosselt oder beschleunigt abläuft. Dann spricht man von einer Unterfunktion oder einer Überfunktion der Schilddrüse. Die Unterfunktion kommt relativ oft vor, in der Schweiz bei rund fünf bis zehn Prozent der Menschen, wobei Frauen häufiger betroffen sind.
 

Ist die Unterfunktion spürbar?
Grundsätzlich ja, die Symptome sind jedoch nicht sehr spezifisch und können auch andere Gründe haben. Betroffene Menschen erwähnen vor allem Müdigkeit, trockene Haut, Verstopfung oder depressive Gefühle. Die Hausärztin oder der Hausarzt kann eine Schilddrüsenunterfunktion laborchemisch nachweisen respektive ausschliessen. Bestehen dann weiterhin Unklarheiten, erfolgt die Überweisung an eine Spezialistin oder einen Spezialisten. In der Klinik für Endokrinologie am GZO Spital Wetzikon haben wir die Möglichkeit, mit der ergänzenden Ultraschalluntersuchung oder der Szintigrafie eine exakte Diagnose zu stellen.
 

Lassen sich Erkrankungen der Schilddrüse behandeln?
Ja, sehr erfolgreich. Die effektive Therapie ist abhängig von Art und Ursache der Funktionsstörung. So erhalten die Betroffenen bei einer Unterfunktion das fehlende Schilddrüsenhormon in Form von Tabletten ersetzt. Bei der Überfunktion hemmen Medikamente die hormonelle Überproduktion. Alternativ kann eine Radiojod- oder chirurgische Therapie zum Einsatz kommen. Insbesondere bei der Überfunktion sowie bei Vergrösserungen der Schilddrüse wird meist die Spezialistin oder der Spezialist beigezogen. Der individuelle Therapieentscheid erfolgt stets im persönlichen Patientengespräch.

 

Mehr Informationen zum Vortrag und zur Anmeldung finden Sie auf unserer Veranstaltungsseite.

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