«Fundamentales» vom Bau

15.12.2020 Die Arbeiten in der Tiefe der Baugrube entziehen sich dem Blick aus der Ferne. Dabei passierte in den letzten Wochen «Grundlegendes» auch im übertragenen Sinn.

Bald nicht mehr sichtbar, aber unverzichtbar


«Wer Grosses bauen will, muss lange beim Fundament verweilen». Ganz so philosophisch geht es auf unserer Baustelle nicht zu und her, doch viel Wahrheit steckt in diesem Zitat. Denn lange wurde an und in der Baugrube vor dem bestehenden Haupthaus des GZO Spital Wetzikon gearbeitet, dabei ein riesiges, tiefes Loch mit steilen Seitenwänden für den Erweiterungsbau ausgehoben. Es liess ahnen, dass dort Grosses zu stehen kommt. Tatsächlich aber wird vom insgesamt sechsstöckigen Gebäude effektiv nur die Hälfte sichtbar in die Höhe ragen, drei Vollgeschosse kommen in der Tiefe zu liegen.


Auf Fels «gebissen»
Um die Baugrube dafür zu erstellen, musste nicht nur viel Erdreich abgegraben und wegtransportiert werden. Aufwändig und herausfordernd wurde der Aushub, als die Bagger auf eine Felssohle stiessen, die sich unter dem Haupthaus hervor weit in den Neubauperimeter hineinstreckte. Damit Schäden an den umliegenden Gebäuden vermieden werden konnten, wurde diese Felssohle von Tiefbauspezialisten in sorgfältiger und entsprechend zeitintensiver, kleinteiliger Arbeit mit Hammer und der sogenannten Trockensprengmethode abgetragen. Beim Trockensprengen wird ein sich nur leicht und langsam ausdehnendes Material in vorgebohrte Hohlräume infiltriert und so der Fels kontrolliert Stück für Stück weggebrochen.

Hand in Hand mit dem fortschreitenden Aushub wurde die dabei entstehenden, steilen Böschungen der Baugrube stabilisiert. Die Sicherheit hatte und hat auf unserer Baustelle immer oberste Priorität. Um das Nachrutschen der Erde zu verhindern und die Arbeitenden in der Baugrube zu schützen, wurden Baugrubensicherungen – sogenannte Rühl- und Nagelwände – angebracht. Für «unsere»Rühlwände wurden vertikale, rückverankerte Träger montiert und der Raum zwischen den Trägern mit Spritzbeton ausgebildet. Die Nagelwände halten die labile Böschung mittels «Ankern» zurück, die, in einem engen Raster in tiefer liegende, stabile Bodenschichten eingebracht und dort befestigt werden.

 


Eine stabile Aussenhülle …
Als nächste Vorbereitungsarbeit vor dem eigentlichen Bauen wurde die Magerbetonsohle verlegt. Sie ist die Sauberkeitsschicht, die auf der Baugrubensohle aufgebracht wird, damit eine ebene, trockene und saubere Arbeitsfläche entsteht. Gleichzeitig wurden auch dutzende Fundamentvertiefungen ausgehoben. Doch wofür – das fragten sich viele Leute – brauchte es eigentlich diese mit türkisblau leuchtender Flüssigkeit gefüllten Becken? Diese Vertiefungen, resp. was und wie darauf gebaut wird, dient einer optimalen Gebäudestatik. In einem ersten Schritt wurden all diese Vertiefungen mit einem Armierungsskelett versehen und mit Beton aufgefüllt. Später wird dann die Bodenplatte gegossen. Exakt auf die bald nicht mehr sichtbaren Fundamentsvertiefungen werden die Stützen platziert, welche – nebst den Aussenwänden – die Hauptlast des zukünftigen Gebäudes tragen werden. Dadurch, dass die Stützen auf den armierten, besonders tragfähigen Fundamentsvertiefungen stehen, können sie den auf ihnen lastenden Druck grossflächig in den Grund ableiten und so für maximale Stabilität des Gebäudes sorgen. 

Noch bevor aber die Bodenplatte betoniert und mit der Errichtung der tragenden Aussenwände begonnen werden kann, musste für jede der zahlreichen Erdsonden erst 300 Meter in die Tiefe gebohrt und dann in jedes einzelne Bohrloch das entsprechende Verfüllrohr samt Sonde eingeführt werden. Parallel dazu hatte der Baumeister die Kanalisationshauptleitungen verlegt. Erst jetzt ist der Baugrund soweit vorbereitet, dass die Bodenplatte verlegt werden kann.


… für ein modernes Innenleben
Während in der Baugrube gearbeitet wurde, schritt die Planung voran. Das zukünftige Raumprogramm musste evaluiert werden. Dabei unverzichtbar war der Einbezug der zukünftigen NutzerInnen. Entsprechend intensiv wurde um die beste Lösung gerungen, Pläne verworfen, neue Erkenntnisse miteinbezogen. Doch die gründliche Evaluation hat sich gelohnt; die Planung ist abgeschlossen und der Bau der dem Gebäude seine Form und Struktur gebenden Wände kann beginnen. 

Mit den ersten in die Höhe wachsenden Aussenwänden werden die Konturen des 3. Untergeschosses sichtbar. Auf diesem Stockwerk befindet sich die Tiefgarage mit rund 100 Besucherparkplätzen; sie füllen die gesamte Geschossfläche aus. Im 2. Untergeschoss werden die Mitarbeitenden ihre Fahrzeuge – Zwei- und Vierräder – abstellen können. Praktisch und für einen optimal kurzen Weg sind auf dieser Etage auch gleich die Garderobenräume für die Mitarbeitenden geplant. Auch auf diesem Geschoss ist viel der für das Spital unerlässlichen Technik untergebracht – von den Installationen für die Stromversorgung über die Wasser- resp. Warmwasseraufbereitungsanlage bis zur Heizungszentrale. Im letzten unterirdischen Geschoss nimmt dann der eigentliche medizinische Betrieb Fahrt auf. Hier wird zukünftig der Notfall, die Notfallpraxis sowie die Radiologie mit ihren enorm grossen und schweren Röntgengeräten, Kernspin- und Magnetresonanztomographen zu finden sein. Zahlreiche Arbeitsplätze dieser Abteilung sind um den etwas vertieft angelegte, begrünten Innenhof des Erweiterungsbaus angeordnet. So wird viel Tageslicht in das 1. Untergeschoss fallen und sich auch in dieser Abteilung Patientinnen, Patienten und Mitarbeitende in einer freundlich-hellen Umgebung aufhalten können.

Vieles steckt bereits heute «im Boden», noch viel mehr wird gebaut und wieder darin verschwinden, doch alles davon ist unverzichtbar: Für die Gebäudesicherheit, die reibungslose Funktion einer zeitgemässen Gebäudeinfrastruktur und natürlich den Betrieb eines Spitals von überregionaler Strahlkraft mit moderner Medizin und Technik sowie einer hohen Aufenthaltsqualität für die Patientinnen, Patienten und deren Besucher.

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Stephan Gervers
Leiter Marketing und Kommunikation
GZO Spital Wetzikon
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