Fusion abgesagt – Spitäler Uster und Wetzikon geben Fusionsvorhaben auf

11.12.2020 Verschiedene Umfeld- und Rahmenbedingungen, unter denen die Fusion 2018 in Angriff genommen worden war, haben sich innert kurzer Zeit markant verändert. Die Fortsetzung des Vorhabens ist inzwischen stark risikobehaftet. Die beiden Verwaltungsräte geben das Fusionsprojekt deshalb mit grossem Bedauern auf. Sie sehen im Scheitern aber auch Chancen: Der intensive Austausch im Fusionsprozess ermöglicht eine vertiefte Zusammenarbeit auch ohne Fusion.

Die Abstimmung über die Fusion der beiden Häuser hätte am 17. Mai 2020 erfolgen sollen. Covid-19-bedingt musste der Termin verschoben werden. Ins Auge gefasst wurde der Septembertermin. Durch diese Verschiebung war eine Neubeurteilung der Bewertungen im Hinblick auf die Ausfertigung des Fusionsvertrags nötig geworden. Dabei wurde deutlich, dass die beiden Jahre 2018 und 2019 in der Bilanz des Spitals Uster Spuren hinterlassen haben, welche mit Blick auf die Bewertung keine Parität mehr erwarten liessen. Der Septembertermin musste fallengelassen werden. Die erforderliche Parität kann mittlerweile plausibel gemacht werden. Sie ist aber aufgrund der Entwicklungen im wirtschaftlichen, gesundheitspolitischen und gesellschaftlichen Umfeld derart mit Unwägbarkeiten belastet, dass der Abbruch des Fusionsprozesses weniger risikobehaftet ist als dessen Fortsetzung.

Nebst dieser veränderten Risikobeurteilung spielen beim Entscheid, die Fusionspläne aufzugeben, weitere Faktoren eine Rolle. Eine Fusion hätte den tiefgreifenden Umbau von Prozessen, Infrastruktur und Organisation zur Folge (IT, Bauvorhaben, Führung, etc.). Das war bekannt. Aber in der aktuellen Situation sind diese Aufgaben praktisch nicht zu stemmen. Zudem rückt die Spitalplanung 2023 rasch näher: Die Gesundheitsdirektion hat den Termin für die Einreichung der Bewerbungsunterlagen auf den 1. Juli 2021 vorverlegt. Bis dahin ein Abstimmungsergebnis über die Fusion herbeiführen zu können, ist völlig unrealistisch. Es ist deshalb zielführender, wenn sich jedes Spital für die angestrebten Leistungsaufträge separat bewirbt. Schliesslich wäre es auch gegenüber den Mitarbeitenden aller Stufen kaum mehr zumutbar, den Prozess über ein weiteres Jahr oder noch länger fortzuführen. Die Mehrfachbelastung aus der täglichen Arbeit, verschärft durch die Zusatzbelastung aus Covid-19 und aus der fusionsbezogenen Projektarbeit sowie die anhaltende Unklarheit über die Zukunft, droht die physischen und mentalen Ressourcen zu überdehnen.

Dass das Szenario «Alleingang» möglich und zu bewältigen ist, haben die Verantwortlichen beider Spitäler stets betont. Angesichts der vorliegenden Fakten scheint ihnen dieser Schritt zurück die unternehmerisch sicherere und vor allem die dringlichere Handlungsoption. Der Verzicht auf die Fusion erlaubt es beiden Spitälern, sich noch besser auf die Herausforderungen der Zukunft einzustellen.

Das Fusionsvorhaben hat indessen auch einen tiefgreifenden Lernprozess ausgelöst. Die Zusammenarbeit auf operativer Ebene wurde verstärkt und konkretisiert. Dieser Prozess soll vertieft und ausgedehnt werden. In einem ersten Schritt, das haben beide Verwaltungsräte beschlossen, werden die beiden Kliniken Urologie und die beiden Frauenkliniken je unter einer Führung zusammengefasst. Weitere Organisationseinheiten und die Prozesse beider Häuser werden fortlaufend analysiert und auf Potenziale für eine weiterführende partnerschaftliche Zusammenarbeit hin überprüft.

Die Verwaltungsräte und Direktionen der Spitäler Uster und Wetzikon bedanken sich bei allen sehr herzlich, die an das gemeinsame Vorhaben geglaubt und es mit viel Engagement begleitet und unterstützt haben. Der Dank geht an die Mitarbeitenden aller Stufen, an die politisch Verantwortlichen, an die zuweisenden Ärztinnen und Ärzte und an alle Organisationen, Verbände und Einzelpersonen, die sich für das ambitiöse Vorhaben stark gemacht haben.

Stephan Gervers
Leiter Marketing und Kommunikation
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