Hebamme aus Leidenschaft

07/2022: Einst selbst am GZO Spital Wetzikon geboren, hilft Lea Hungerbühler heute neuem Leben auf die Welt. Was die 31-Jährige an ihrem Beruf als Hebamme besonders schätzt, welche Aufgaben ihre Funktion als Berufsbildnerin beinhaltet und weshalb für sie nach dem Studium kein anderes Spital als das GZO infrage kam, erzählt sie im Interview.

Weshalb haben Sie sich damals für den Beruf der Hebamme entschieden?

Dass ich einen Beruf im Gesundheitswesen ausüben wollte, war für mich immer klar. Zunächst wollte ich Medizin studieren und Ärztin werden. Dann durfte ich allerdings eine freiberufliche Hebamme im Zürcher Oberland begleiten und war fasziniert von ihrer Beziehung zu den betreuten Frauen und diesem wertschätzenden Beruf. Als Hebamme kann man sich für die Frauen Zeit nehmen und hat überwiegend mit gesunden Menschen zu tun. Auch die Selbstständigkeit und der vielfältige Tätigkeitsbereich haben mir gefallen. Ausserdem gibt es zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten.

 

Sie haben sich nach Abschluss Ihres Studiums 2016 für eine Stelle im GZO entschieden. Weshalb?

Im Laufe des Studiums habe ich Praktika in verschiedenen Spitälern absolviert – im Universitätsspital Zürich, Kantonsspital St. Gallen, Spital Uster und eben auch am GZO. Die Stimmung im Team war hier super und auch die Zusammenarbeit mit den Ärztinnen und Ärzten empfand ich als sehr kollegial. Da ich selbst auch im Zürcher Oberland aufgewachsen bin, war die Wahl für mich klar.

 

Was sind Ihre Hauptaufgaben im Arbeitsalltag?

Hebammen begleiten Frauen von der Schwangerschaft bis zum Wochenbett. In unserer Hebammensprechstunde lerne ich sie schon früh kennen und kann einen Teil der Schwangerschaftskontrollen durchführen – vorausgesetzt, die Schwangerschaft verläuft reibungslos. Während der Geburt bin ich für die Frau da und unterstütze sie, wo ich kann. Danach verbringen die jungen Mütter drei bis fünf Tage auf der Wochenbettstation. Dort erholen sie sich von der Geburt und erhalten Unterstützung und Instruktionen rund um Ernährung und Pflege des Babys. Ich selbst bin allerdings überwiegend in der Geburtenabteilung tätig. Auf dem Wochenbett arbeite ich nur, wenn ich als Berufsbildnerin Studierende begleite.

 

Welche Aufgaben übernehmen Sie besonders gern? Warum?

Die Zeit kurz vor der Geburt des Kindes ist jeweils sehr intensiv und herausfordernd für die werdende Mutter. Sie in dieser Phase begleiten zu dürfen, bereitet mir besonders Freude. Gerade auch, weil man als Hebamme flexibel sein und teils schnell reagieren muss. Als Berufsbildnerin bin ich auch dabei, wenn Studierende, die zum Teil noch über keine Arbeitserfahrung im Spital verfügen, zum ersten Mal im Gebärsaal sind und eine Geburt miterleben. Grundsätzlich ist es für mich ein grosses Privileg, die riesigen Lernfortschritte der Studierenden beobachten und die Freude am Beruf weitergeben zu können.

Nach der ersten Geburt war ich noch zwei Tage später voller Glückgefühle.

Gibt es ein Ereignis, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Ja, die erste Geburt während meiner Ausbildung war ein unbeschreiblicher Moment. Ich war noch zwei Tage später voller Glücksgefühle. An die erste Geburt als diplomierte Hebamme kann ich mich auch noch erinnern. Es war eine problemlose Geburt in der Badewanne hier am GZO. Für die Frau war es das zweite Kind. Zum ersten Mal als ausgebildete Hebamme vor Ort zu sein, war eine aufregende Situation.

 

Haben Sie berufliche Pläne für die Zukunft?

Neben meiner Tätigkeit als Hebamme auf der Geburtenabteilung und Berufsbildnerin leite ich Rückbildungskurse am GZO. Dabei geht es darum, den Beckenboden zu stärken und die Haltung der jungen Mütter zu schulen. Auf diesem Gebiet möchte ich mich vertiefen und mache deshalb zurzeit eine Ausbildung zur Beckenbodentherapeutin.

 

Was tun Sie in Ihrer Freizeit?

Ich bin gerne in Bewegung, sei es Schwimmen, Rennvelo fahren, Skifahren, Wandern oder Kraftsport. So kann ich den Spitalalltag hinter mir lassen. Darüber hinaus male ich gerne mit meiner Mutter zusammen – auch sie war übrigens als Pflegeleitung der Chirurgie drei Jahre am GZO tätig!

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