Sprunggelenk-Distorsion

Verletzungen nach einem Umknicken im Fuss- und Sprunggelenksbereich werden umgangssprachlich häufig pauschal als «Verstauchung» bezeichnet. Aber was genau kann passieren, worauf muss ich achten und wie wird es behandelt?

Definition

Eine Sprunggelenkdistorsion ist eine Verletzung, die man sich beim Umknicken mit dem Fuss über die Fussinnen- oder -aussenkante zuzieht. Das Verletzungsausmass kann sehr unterschiedlich sein. Zu den Sprunggelenkdistorsionen gehören folgende Verletzungen:

  • Bänderdehnungen;
  • Bänderrisse;
  • Knochenbrüche;
  • Schwellungen der Weichteile.

Je nach Verletzungsmechanismus kann es auf der Aussen- oder Innenseite zu einer Verletzung kommen, oder aber auch zu einem Riss der bandförmigen Verbindung zwischen Schien- und Wadenbein (sogenannte Syndesmose) auf Höhe des oberen Sprunggelenkes. Zum Teil sind aber auch mehrere Bänder betroffen. Entsprechend der verschiedenen Verletzungsarten ist die Behandlungsdauer und Art sehr unterschiedlich.

Ursachen

Die Ursache ist immer traumatisch, d.h. unfallbedingt, und kann in den verschiedensten Situationen passieren. Beim Sport, aber auch beim Stolpern über einen Randstein oder dem Gehen auf unebenem Gelände. Meist kommt es zu einem Umknicken im Bereich des oberen Sprunggelenkes, deutlich seltener im Fussbereich. Ein Umknicken über die Fussaussenkante (Supinationstrauma) ist häufiger als ein «Vertrampen» über die Innenkante (Pronationstrauma).

Symptome

Entsprechend der verschiedenen Auswirkungen des Umknickens von Bänderdehnung über Bänderriss bis hin zu Knochenbruch sind auch die Beschwerden der Patienten sehr unterschiedlich. Hinweise auf die Schwere der Verletzung geben die Schmerzstärke, die Ausprägung der Schwellung und die Belastungsfähigkeit des Fusses. Bei nur geringer Schwellung, moderaten Ruheschmerzen und nur leichten Schmerzen beim Gehen ist ein Knochenbruch unwahrscheinlich. Bei einer massiven Schwellung, starken Schmerzen und Belastungsunfähigkeit deutet vieles auf eine schwerwiegendere Verletzung hin. Einige Patienten spüren eine Instabilität des Gelenkes oder haben beim Unfall ein reissendes Geräusch gehört.

Diagnose

Die Diagnose kann durch ein genaues Erfragen des Unfallmechanismus, der Beschwerden des Patienten, durch die Untersuchung des Gelenkes und die Anfertigung eines Röntgenbildes meist gestellt werden. Selten muss zusätzlich eine Magnetresonanztomographie (MRI) oder eine Computertomographie (CT) angefertigt werden.

Therapiemöglichkeiten

Bereits vor der ärztlichen Beurteilung und bestenfalls direkt nach dem Unfall sollte als Sofortmassnahme die sogenannte PECH Methode angewendet:  Pause, Eis, Compression, Hochlagerung. Das heisst Sportstopp, Kühlung mit Eis sowie am besten direkt in Kombination mit Anlegen eines Kompressionsverbandes und eine Hochlagerung des betroffenen Beines. Hierdurch kann ein massives Anschwellen vermieden werden. Entscheidend hierfür ist der frühzeitige Beginn mit diesen Massnahmen.  

Bei Verletzungen, die nach der ärztlichen Beurteilung ohne Operation behandelt werden können, wird in der Regel eine Bandage zur Ruhigstellung angepasst. Bei starker Schwellung muss eventuell für 1 Woche ein Unterschenkelgehgips oder ähnliches getragen werden. Die Tragedauer ist abhängig von der Art der Verletzung. Ist das Gelenk nach der Verletzung instabil oder liegt ein instabiler Bruch vor, muss operiert werden. 

Verlauf und Komplikationen

Der Heilungsverlauf und die Dauer bis zur Rückkehr zum Sport sind abhängig von der Art der Verletzung. Sollte nur eine Bänderdehnung oder ein Misstritt ohne Verletzung der Bandstrukturen vorliegen, kann in der Regel bereits nach 1-2 Wochen wieder mit sportlichen Belastungen begonnen werden. Ist ein Band gerissen oder teilgerissen dauert die Rückkehr länger (ca. 4-6 Wochen). Ein langsamer Sportbeginn ist dann bereits in der anliegenden Schiene möglich, sobald die Belastung des Fusses schmerzfrei ist.

Bei grösseren Verletzungen ist mit einer Sportpause von mehreren Wochen bis Monaten beziehungsweise für die laufende Saison zu rechnen.

Nachdem das Sprunggelenk abgeschwollen, schmerzfrei und frei beweglich ist, kann eine Physiotherapie mit Übungen zur Kräftigung der Sprunggelenks-stabilisierenden Muskulatur (sog. Peronealmuskulatur) begonnen werden. Dies in Kombination mit einem sogenannten propriozeptiven Training (spezielles Balance-Training) kann die Rückkehr zum Sport beschleunigen.

Risikofaktoren

Wenn ein Sportler sich eine Sprunggelenksdistorsion zugezogen hat, ist er anfälliger, im Verlauf erneut umzuknicken bzw. sich den Fuss zu «vertrampen». Dies insbesondere in den ersten 6-12 Monaten nach der Verletzung.

Vorbeugende Massnahmen

Es gibt einige Möglichkeiten, das Sprunggelenk vor einer Verletzung zu schützen, dies insbesondere auch nach einer ausgeheilten Verletzung. Das Tragen einer das Sprunggelenk stabilisierende Bandage während des Sports ist eine Schutzmassnahme, v.a. während den ersten Wochen des Sportwiederbeginns. Zusätzlich ist ein frühfunktionelles Training zur muskulären Stabilisierung des Sprunggelenkes und zur Verbesserung der Balance, wie es unter «Verlauf/ Komplikationen» beschrieben ist, eine gute vorbeugende Massnahme.

Nach einer Verletzung ist es empfehlenswert die Übungen selbstständig in einem sogenannten Eigentraining für eine ganze Saison regelmässig durchzuführen.

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