Shin Splints

Schmerzen am Schienbein nach dem Training? Erfahren Sie, wie die lästige Läufer-Krankheit Shin Splints erkannt und behandelt werden kann.

Definition

Die Bezeichnung Shin Splint, auch Schienbeinkantensyndrom genannt, wird für das Auftreten von Schmerzen im Bereich des Schienbeines verwendet. Hierbei wird zwischen 2 Formen unterschieden: dem häufigeren posteromedialen (hinten innen) und dem selteneren anterolateralen (vorne aussen) Shin Splint unterschieden. Es handelt sich um das häufigste Überlastungssyndrom bei Läufern.

Ursachen

Die Schmerzen entstehen durch eine Reizung der Knochenhaut (Periostitis) durch vermehrten Muskelzug. Die beim posteromedialen Shin Splint durch den Musculus tibialis posterior und den Musculus soleus und beim anterolateralen Shin Splint durch den Musculus tibialis anterior und eine derbe Sehnenplatte zwischen Waden- und Schienbein (Membrana interossea). Diese Entzündung kann bei zu intensivem Training mit häufigem Springen und Landen ausgelöst werden aber auch durch schlechtes Schuhmaterial während des Laufsports, oder auf Grund eines falschen Laufstils und aufgrund von Trainingsfehlern.

Symptome

Zu den Symptomen zählen plötzlich auftretende, diffuse Schmerzen an der Innenseite des Unterschenkels, eine Druckempfindlichkeit entlang des Schienbeinschaftes sowie Schwellungen an den genannten Stellen. Zu Beginn verschwinden die Beschwerden nach kurzer Zeit beim Joggen wieder (Frühsymptome).  Bei nicht erfolgter Behandlung und Anpassung des Trainings können die Beschweren chronisch werden und treten früher auf.

Diagnose

Die Schmerzen können zu Beginn oft nicht klar zugeordnet werden und die Diagnosestellung ist nicht einfach und bedarf einer sehr genauen Diagnostik, v.a. um andere, zum Teil schwerwiegendere  Erkrankungen auszuschliessen.

Therapiemöglichkeiten

Während der Dauer der Behandlung ist unbedingt eine Reduktion des Laufpensums notwendig, dies mit Reduktion der Laufdistanz, der Häufigkeit und der Intensität um mindestens  50% bis hin zu einem vollständigen Laufstopp. Eine Umstellung auf Schwimm- oder Radtraining ist empfehlenswert. Dies in Kombination mit Kräftigungstraining und regelmässigen Dehnübungen sowie zu Beginn lokal kühlende Massnahmen.

Zusätzlich zu einer ergänzenden medikamentösen und antientzündlichen Therapie ist eine Physiotherapie sinnvoll.  Hier werden Muskelverhärtungen gelöst  und ein gezieltes Muskelaufbauprogramm (Training auf Kippelbrett, etc.) erlernt. Wichtig bei auftretenden Schmerzen im Unterschenkel ist, frühzeitig einen Spezialarzt aufzusuchen.

Verlauf

Der Verlauf der Krankheit ist häufig sehr langwierig, daher ist es wichtig frühzeitig einzugreifen um eine Chronifizierung zu vermeiden. 

Risikofaktoren

Besonders betroffen sind Menschen die exzessiv Laufsport praktizieren. Übermässiges Training, plötzliche massive Steigerung des Trainingsumfangs, fehlerhaftes Training oder aber fehlende Schockabsorption durch schlechte oder abgenutzte Laufschuhe und  Laufen auf harten Untergründen sind Risikofaktoren für das Auftreten von Shin Splints.  Ebenso auslösend können eine Fussfehlstellung und ein falsches Abrollverhalten des Fusses mit hierdurch vermehrter und fehlerhafter Belastung und Überlastung sein.

Vorbeugende Massnahmen

Tragen von gutem und passendem Schuhwerk. Sowie regelmässiger Austausch/ Erneuerung  des Schuhwerkes bei Abnutzung. Zur Anpassung kann eine spezielle Laufanalyse durchgeführt werden um eventuelle Probleme festzustellen und passende Schuhe zu finden. Ein spezielles Trainieren der Fuss- und Beinmuskulatur zur Stabilisation des Fussgewölbes und zur Vermeidung von ‚Umknicken’ ist sinnvoll sowie auch ein Training der Rumpfmuskulatur. Regelmässige Dehnübungen und Stretching sind ebenfalls präventiv.

Ihre Anmeldung erfolgt direkt oder via Hausarzt:

GZO Spital Wetzikon
Spitalstrasse 66
8620 Wetzikon

Tel. 044 934 21 88
Fax 044 934 24 34
sportmedizin@dont-want-spam.gzo.ch