Divertikelkrankheit

Die Divertikelkrankheit (Divertikulitis) ist eine Erkrankung des Dickdarmes, bei der sich in Ausstülpungen der Schleimhaut (Divertikeln) eine Entzündung bildet. Das gehäufte Vorkommen solcher Ausstülpungen heisst «Divertikulose» und stellt die Vorstufe der Divertikulitis dar. Am häufigsten ist der Sigmadarm, der vierte und letzte Teil des menschlichen Dickdarms betroffen.

In der Regel handelt es sich bei den Sigmadivertikeln um sogenannte «Pseudodivertikel». Hierbei stülpt die Darmschleimhaut sich durch Lücken der muskulären Wand hindurch.

Ursachen

Die genaue Ursache der Divertikulose ist noch ungeklärt. Möglicherweise spielt die Konsistenz des Stuhls infolge einer ballaststoffarmen Kost eine Rolle, wenn dadurch der Dickdarm gezwungen wird, bei der Passage des Stuhls mehr Druck aufzuwenden.

Beschwerden

Die Divertikulitis zeigt sich in einem häufig langsam auftretenden Schmerz über dem betroffenen Darmabschnitt, der oft in den Rücken ausstrahlt. Daneben sind Fieber, Übelkeit, Erbrechen, eine Veränderung des Stuhlverhaltens von Durchfall bis Verstopfung mit Eiter und Schleim im Stuhl häufige Symptome. Bei der Laboruntersuchung fällt eine Erhöhung der Entzündungswerte auf.

Untersuchung und Diagnostik

Die weitere Diagnostik erfolgt u. a. mit dem Ultraschall und einer Computertomografie des Bauches. Im entzündungsfreien Intervall nach der Therapie sollte auch eine Darmspiegelung durch den Gastroenterologen erfolgen, um andere, insbesondere bösartige Erkrankungen auszuschliessen.

Behandlung

Meist kann die Behandlung als stationäre, intravenös durchgeführte Antibiotikatherapie ohne Operation erfolgen. Bei leichten Entzündungen kann in Ausnahmefällen gar eine ambulante Antibiotikabehandlung in Betracht gezogen werden. Da die Gefahr eines erneuten Auftretens dieser Krankheit auch nach erfolgreicher Antibiotikatherapie relativ gross ist, wird insbesondere bei wiederholt auftretender Divertikulitis eine operative Entfernung des betroffenen Darmabschnittes im entzündungsfreien Intervall empfohlen.

Kommt es schon zu Beginn der Entzündung zu Komplikationen wie beispielsweise einer Perforation (Durchbruch der Entzündung in die freie Bauchhöhle) oder zu einer Blutung, ist eine sofortige Operation nötig.

Komplikationen

Da Divertikel kotgefüllt sind, kann es durch Eindickung des Divertikelinhalts zur Entwicklung von sogenannten Kotsteinen kommen. Diese können zu Entzündungen der Darmschleimhaut führen. Die Entzündung greift in diesem Fall auf die Umgebung über, so dass es je nach Ausbreitungsrichtung zu Eiteransammlungen (Abszessen) im umliegenden Fettgewebe kommen kann. Es können Fisteln des Dickdarms mit anderen Darmregionen, der Harnblase oder auch der Scheide entstehen.

Bei entzündungsbedingtem Darmdurchbruch (Perforation) kann es unter Umständen zu einer akut lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung (Peritonitis) kommen.

Eine lange andauernde Entzündung kann aufgrund der entzündungsbedingten Verdickung der Darmwand eine teilweise oder vollständige Störung der Darmpassage zur Folge haben.

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