Wegweisend: Endoskopischer Eingriff an der Bauchspeicheldrüse

Dr. med. Bernhard Magdeburg, Magen-Darmspezialist und Leiter Gastroenterologie am GZO Spital Wetzikon, hat durch einen weltweit erstmals ausgeführten endoskopischen Eingriff Geschichte geschrieben. Als erster Schweizer war er nun eingeladen, am grössten internationalen Kongress für Magen-Darmkrankheiten, der Digestive Disease Week DDW in San Diego (USA), ein Video dieses einzigartigen endoskopischen Eingriffs an der Bauchspeicheldrüse zu zeigen.  

Kompetenz und Innovationskraft im Bereich Endoskopie

Dank des Eingriffs kann eine Patientin heute ohne gesundheitliche Einschränkungen leben. Das Fachgebiet Endoskopie hat durch den neuartigen Eingriff zudem einen weiteren Entwicklungsimpuls erhalten. Was früher undenkbar und klar eine Domäne der Chirurgie war, entwickelt sich damit weiter zu einem Tätigkeitsgebiet der Magen-Darmspezialisten (Gastroenterologen). Mit diesem Eingriff beweist Bernhard Magdeburg, dass der minimalinvasive endoskopische Ansatz auch in extrem schwierigen Situationen erfolgreich und für die Patienten von Vorteil sein kann. Während solche Patienten früher manchmal mehrere Operationen benötigen und oft wochenlang im Spital bleiben mussten, konnte seine Patientin, ohne je eine Narkose gehabt zu haben, nach knapp zwei Wochen austreten.

Internationale Anerkennung für eine ausserordentliche Leistung

Die Jury für den Weltcup der Endoskopiker an der Digestive Disease Week (DDW) in San Diego (USA) erkannte die Bedeutung dieses Eingriffs und nominierte Bernhard Magdeburg für den Endoskopiepreis. Er sieht die Nominierung als Auszeichnung und Anerkennung für seine Arbeit und die des gesamten Teams am Spital Wetzikon. „Ohne die Unterstützung der Mediziner, der Chirurgen, der Radiologen und allen voran meines Endoskopieteams wäre der Eingriff nie möglich gewesen“, lobt Magdeburg. Und auch die Industrie, die ihm den Eingriff mit den neuen Instrumenten ermöglichte, hat mit ihrem Vertrauen in seine Fähigkeiten einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg geleistet.

Der Eingriff bietet neue Möglichkeiten

Am „6th Video World Cup of Endoscopy“ erreichte die Präsentation von Bernhard Magdeburg den ausgezeichneten 7. Rang. Damit gehört er zu den Top-Ten weltweit. Für Magdeburg ist dies ein Meilenstein in seiner Biografie und erfüllt ihn mit grossem Stolz.

Bernhard Magdeburg zeigt der Eingriff aber auch, dass man manchmal neue medizinische Wege gehen muss: „Heute wissen wir oder weiss ich, dass es oft noch einen Weg vor der klassischen Operation gibt. Bevor man chirurgisch vorgeht, sollte man wirklich alle anderen endoskopischen Optionen ausloten!“ Die minimal-invasive endoskopische Behandlung gewinnt damit weiter an Bedeutung. Auch zeigt sich, dass medizinische Innovation und Entwicklungen nicht nur an grossen Spitälern und universitären Zentren möglich sind. „Wir haben den endoskopischen Durchbruch in einem kleinen Spital geschafft. Gerade weil wir klein sind und bei uns die Zusammenarbeit auf engem Raum und ohne hierarchisches Gefälle stattfindet“, so Magdeburg. „Das schweisst zusammen und setzt ungeheure, auch kreative Energien frei“.

Er sei sicher nicht der Einzige, der innovativ sei und neue Ideen habe. Alle anderen, die ebenfalls gute Arbeit leisten, fordert er dazu auf, zu zeigen, was sie machen. „Gerade in unserem kleinen Land mit seinem qualitativ hoch stehenden Gesundheitssystem haben wir beste Bedingungen und dürfen zeigen, dass wir ganz vorne mit dabei sind, wenn es um neue Technologien geht.“

Endosonografie früher einsetzen 

Bei Verdacht auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse sollte frühzeitig eine Endosonografie (Ultraschalluntersuchung von innen) erfolgen, bevor es zu gravierenden Komplikationen wie Pankreaspseudozysten kommt. Das ist Bernhard Magdeburg ein grosses Anliegen. „Heute ist das bildgebende Verfahren der ersten Wahl immer noch die Computertomografie“, erklärt er. “Aber das CT hat eine zu geringe Auflösung. Kleinste Veränderungen in der Bauchspeicheldrüse lassen sich nicht abbilden.“ Viel genauer und deshalb besser ist die Endosonografie: „Schon Veränderungen von nur 1 bis 2 Millimetern lassen sich so entdecken.“ Bei einem Tumor, der zu 90 Prozent bösartig ist und oft zu spät entdeckt wird, könnten diese Millimeter Leben retten! 

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