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Aneurysmenchirurgie
Als Aortenaneurysma wird eine sackförmige Erweiterung (Aneurysma) der Hauptschlagader (Aorta) bezeichnet. Wenn ein Aneurysma fortgeschritten ist, kann das betroffene Blutgefäss zerreissen (Ruptur), was oft zum Tod führt. Aneurysmen können auch in der Leiste oder der Kniekehle vorkommen.
Ursachen
Häufige Ursachen sind Krankheiten wie Bluthochdruck, chronische Erhöhung der Cholesterinwerte, Übergewicht und Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Auch Rauchen ist eine Ursache der Aneurysmenkrankheit.
Beschwerden
Die Symptome für ein Aneurysma der Bauchaorta sind schwer zu erkennen und machen sich erst beim Platzen der Hauptschlagader mit akuter Blutung bemerkbar. Diese Notfallsituation ist gut mit einem akuten Herzinfarkt vergleichbar. Diffuse, starke Bauch- und Rückenschmerzen wie bei einer Nierenkolik und Schwindelgefühle können Symptome sein. Von den Betroffenen wird beim Durchbrechen des Aneurysmas ein starker Vernichtungsschmerz im Bauch beschrieben. Hinzu kommt ein Blutdruckabfall und schlechter Allgemeinzustand.
Häufig bleiben Patienten mit Aneurysmen ohne jegliche Symptome bis zum oben beschriebenen Akutzustand. Viele Aneurysmen werden bei Routineuntersuchungen zufällig entdeckt. Diese Patientinnen und Patienten werden jeweils in unserem interdisziplinären Gefässkolloquium mit den Spezialisten der Inneren Medizin (Angiologen) besprochen, wobei auch das weitere Vorgehen festgelegt wird: abwarten und beobachten mit Verlaufsuntersuchungen mit Ultraschall oder Computertomografie oder Einleiten einer Operationsabklärung.
Die Leisten- und Knieaneurysmen führen häufig durch wiederholte Embolien zu einer Durchblutungsstörung der Beine (Schaufensterkrankheit), die langsam oder hochakut mit drohendem Beinverlust auftreten kann.
Untersuchung und Diagnose
Mittels spezieller Ultraschalldiagnostik (Duplexsonografie) und Durchblutungsmessungen (Oszillografie, Angiografie), beurteilen unsere Angiologen und Röntgenärzte die Ausdehnung und Gefährlichkeit der Erkrankungen. Im interdisziplinären Gefässkolloquium werden alle Gefässpatienten durch die Spezialisten der Angiologie, Radiologie und Gefässchirurgie besprochen, damit die optimale Behandlung eingeleitet werden kann.
Behandlung
Viele Aneurysmen können beobachtet werden: Wenn sie wachsen oder eine kritische Grösse erreichen, ist bei gutem Allgemeinzustand eine Operationsplanung in die Wege zu leiten, damit das Platzen verhindert werden kann. Der Eingriff wird in der Regel über einen Bauchschnitt vorgenommen, in geeigneten Fällen kann auch die minimal-invasive Schlüssellochchirurgie angewendet werden. Nach Abklemmung und Eröffnung des erweiterten Abschnittes der Aorta erfolgt das Einnähen einer Gefässprothese aus Kunststoff, entweder als Rohr in der Hauptschlagader oder als Y-Prothese auf den Beinarterien.
